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Digitale Bildung für alle: 10 Highlight-Aktionen zum Digitaltag

  • Virtueller Aktionstag für digitale Teilhabe am 19. Juni 2020 mit mehr als 300 Online-Formaten
  • Initiative „Digital für alle“ stellt zehn beispielhafte Aktionen aus der Kategorie „Bildung und Wissenschaft“ vor

Wie geht smarte Vereinsführung? Was können wir aus der Corona-Krise für die Digitalisierung der Bildung lernen? Und was bringt der aktuelle Digitalisierungsschub für die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland? Um diese und andere Fragen dreht sich der erste Digitaltag in Deutschland, der am 19. Juni 2020 stattfindet. In zehn Kategorien sind bereits mehr als 300 virtuelle Veranstaltungen verschiedenster Formate für digitale Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen angekündigt. Beispielhaft für die Kategorie „Bildung und Wissenschaft“ stellt die Initiative „Digital für alle“ zehn Aktionen vor. Das vollständige Veranstaltungsangebot kann unter www.digitaltag.eu/aktionen abgerufen werden.

  • Digitaler Dialog: Digitale Schulentwicklung – Katalysator für Bildungsgerechtigkeit (Forum Bildung Digitalisierung e. V.)
    Die Erfahrungen der flächendeckenden Schulschließungen und des Lernens von zu Hause zeigen deutlich, dass viele Schulen in Deutschland noch am Anfang stehen: Digitale Medien und eine zeitgemäße Lernkultur sind noch längst nicht selbstverständlicher Teil des Schulalltags. Studien zeigen, dass der Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen in Deutschland wie in kaum einem anderen OECD-Land von der sozialen Herkunft abhängt. Für Schülerinnen und Schüler vor allem aus finanziell schwächeren, weniger bildungsaffinen Familien oder mit besonderen Förderbedarfen besteht nun noch mehr die Gefahr, den Anschluss zu verlieren und bildungsbiografische Lücken aufzubauen, die nur schwer wieder zu schließen sein werden. Wie kann der aktuelle Digitalisierungsschub dazu beitragen, den Blick auch für Fragen der Bildungsgerechtigkeit zu schärfen? Wie können Schulen, Schulträger, Politik und Zivilgesellschaft einen aktiven Beitrag leisten, um verschiedene Formen sozialer Ungleichheit gezielt auszugleichen? Wie können wir eine neue Lernkultur stärken, die auf Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit ausgerichtet ist? Welchen Beitrag können digitale Medien dafür in der Unterrichtsentwicklung spielen und eine zeitgemäße Lernkultur für die Schulentwicklung insgesamt? Darüber spricht Jacob Chammon, Vorstand des Forum Bildung Digitalisierung und ehemaliger Schulleiter der Deutsch-Skandinavischen Gemeinschaftsschule in Berlin, gemeinsam mit dem Experten für Bildungsgerechtigkeit und Autor Aladin El-Mafaalani, Professor für Erziehungswissenschaft und Inhaber des Lehrstuhls für Erziehung und Bildung in der Migrationsgesellschaft an der Universität Osnabrück, und der Vorreiterin für DiKlusion* Lea Schulz, Studienleiterin am Institut für Qualitätsentwicklung für Schulen in Schleswig-Holstein. Weitere Infos: https://digitaltag.eu/aktion/digitale-schulentwicklung-katalysator-fuer-bildungsgerechtigkeit
  • Webinar: Computermuseum an der Universität Stuttgart – virtuell (Computermuseum der Informatik / Informatik-Forum Stuttgart e. V.)
    Das Computermuseum an der Universität Stuttgart erzählt die faszinierende 350-jährige Entwicklung der Computer, beginnend mit der Rechenmaschine von Wilhelm Schickardt bis zu den Mikroprozessoren, die in der Mitte der 1970 Jahre eine Revolution und den Beginn der heutigen Digitalisierung einleiteten. Das Besondere sind die noch funktionsfähigen Rechenmaschinen und Computer, die auch nach vielen Jahren zeigen, wie man einst mit Ihnen gearbeitet hat. Klemens Krause, Leiter des Computermuseums, führt am Digitaltag ausgewählte Exponate der Sammlung in einem interaktiven Live-Stream vor und beantwortet zwischen 10 und 15 Uhr per Live-Chat die Fragen der Zuschauer. Weitere Infos: https://digitaltag.eu/aktion/computermuseum-universitaet-stuttgart-virtuell
  • Digitaler Dialog: Corona-Schock im Bildungssektor. Die Krise als Lernauslöser (FernUniversität in Hagen)
    Einen Normalbetrieb wird es an Universitäten und Schulen erst einmal nicht geben. Die Bildungseinrichtungen sind weiter besonders gefordert und brauchen nachhaltige digitale Lösungen in der Krisensituation. Die Corona-Zeit zeigt, dass Politik, Wissenschaft und Institutionen sich schneller bewegen müssen als bisher – und das auch können! Prinzipiell notwendige Digitalisierungsprozesse im Bildungsbereich erscheinen plötzlich realisierbar oder wurden in den vergangenen drei Monaten bereits angepackt: Die Corona-Krise ist damit zum Lernauslöser geworden. Wie können uns diese Erfahrungen auch in Zukunft als Wegweiser dienen, um wichtige Entwicklungen zügig voranzutreiben? Von der FernUniversität in Hagen diskutieren darüber Prof. Dr. Ada Pellert, Rektorin, Prof. Dr. Julia Schütz, Professorin für Empirische Bildungsforschung, Prof. Dr. Uwe Elsholz, Professor für Lebenslanges Lernen, Prof. Dr. Claudia de Witt, Professorin für Bildungstheorie und Medienpädagogik, Dr. Annabell Bils, Referentin für Hochschulstrategie und Digitalisierung. Die Podiumsdiskussion findet live auf YouTube statt. Interessierte sind herzlich eingeladen, per Chat teilzunehmen, mitzudiskutieren und Fragen zu stellen. Weitere Infos: https://digitaltag.eu/aktion/corona-schock-bildungssektor-krise-lernausloeser
  • Streaming: Social Media Meetup #MD2025digitaltag (Landeshauptstadt Magdeburg Bewerbungsbüro Magdeburg 2025 | Dezernat für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit)
    Vernetzen und voneinander lernen: Bei der Aktion der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt Magdeburg geht es darum, digitale Kompetenzen aus dem Bereich Social Media und der eigenen Online-Arbeit in Magdeburg und Umgebung mit anderen zu teilen. Zielgruppe sind Menschen, die Interesse an der digitalen Welt haben und Kompetenzen erweitern und/oder entwickeln wollen. Gehalten werden verschiedene Vorträge über Projekte und den Arbeitsalltag im digitalen Raum. Die Veranstaltung wird live gestreamt von der Open Stage des Freiraumlabors Magdeburg, Ratswaageplatz Magdeburg. Weitere Infos: https://digitaltag.eu/aktion/social-media-meetup-md2025digitaltag
  • Online-Plattform: Digitaler Tag der offenen Tür: Detmold (Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe)
    Am Digitaltag 2020 öffnet die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe an den drei Standorten in Lemgo, Detmold und Höxter ihre Türen digital. Themen sind Forschung und Lehre, Wissenschaft und Praxis, Beratung und Orientierung. Durchgeführt werden unter anderem YouTube-Livestreams, Podcasts, Videos und Live-Webinare. Interessierte können mit Professorinnen und Professoren in Austausch kommen, sich in den Laboren und Werkstätten umschauen oder Mathe-Vorlesungen mit Virtual-Reality-Brille erleben. Auch die Institute gewähren Einblicke in ihre Arbeit und bieten Möglichkeiten zum digitalen Austausch. Für Studieninteressierte sind die Studienberatung und Studierende über verschiedene Kanäle und Social Media erreichbar und freuen sich auf Beiträge und Fragen. Weitere Infos: https://digitaltag.eu/aktion/digitaler-tag-offenen-tuer-detmold
  • Dossenheim goes digital – Digitale Schnitzeljagd (Gemeinde Dossenheim und vhs Dossenheim)
    Die baden-württembergische Gemeinde Dossenheim lädt am Digitaltag ab 15 Uhr zur digitalen Schnitzeljagd. Zum Start wird auf www.dossenheim.de ein QR-Code zu finden sein, der zum nächsten Hinweis führt. Interessierte können mit Smartphone oder Tablet auf abenteuerliche Tour durch Dossenheim gehen – und dabei einiges lernen. Weitere Infos: https://digitaltag.eu/aktion/dossenheim-goes-digital-digitale-schnitzeljagd
  • Webinar: Verein(t) verstehen (WerteWissenWandel, Gesellschaft für Zukunftsgestaltung gGmbH)
    Geboten wird eine Online-Konferenz für ehrenamtlich Engagierte, Vereinsaktive und all diejenigen, die es noch werden wollen. 6 Experten, 6 Themen, 6 Stunden Live-Inhalte – in den Webinaren werden Interessierte fit für die administrative Vereinsarbeit gemacht. Informiert wird über smarte Vereinsführung, rechtliche Hürden, Tipps und Tricks zu Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Finanzierungsmöglichkeiten für gemeinnützige Projekte. Gelernt werden kann, wie Vereine und Projekte professionell organisiert und verwaltet werden können. Die Webinare finden von 14:00 bis 20:00 Uhr statt und sind kostenfrei. Weitere Infos: https://digitaltag.eu/aktion/vereint-verstehen
  • Podcast: Ein Podcast zur Digitalisierung der Schulen (Stadt Barmstedt)
    Das von der schleswig-holsteinischen Kleinstadt Barmstedt produzierte Format liefert den Auftakt zu einer ganzen Podcast-Reihe rund um die Digitalisierung der Schulen. Ziel ist, die Perspektiven der unterschiedlichen Akteure zu beleuchten und einen Schwerpunkt auf die kollaborative Zusammenarbeit im Projekt zu legen. Weitere Infos: https://digitaltag.eu/aktion/podcast-digitalisierung-schulen
  • Online-Plattform: Digitaler Schulhof (Comenius Grundschule Oranienburg, Ingenieur- und Vermessungsbüro Uwe Krause aus Falkensee, DVW Berlin-Brandenburg e. V., VDV Bezirksgruppe Brandenburg, Geobusters.de)
    Der digitale Schulhof steht für den zukunftsorientierten gesellschaftlichen Dialog im Bildungsbereich. Schüler, Eltern, Lehrer, Erzieher, Ausbildungsbetriebe und Hochschulen sollen hier in einem digitalen virtuellen Rahmen zueinander finden nach dem Motto „Aufstehn – aufeinander zugehn!“ Die Digitalisierung und insbesondere die Geoinformationstechnologie sind hierfür notwendige Schlüsseltechnologien. Der deutsche Verein für Vermessungswesen, der VDV in Brandenburg und IVB-Krause aus Falkensee zeigen gemeinsam mit der Grundschule Comenius in Oranienburg und der Plattform Geobusters.de, wie über den gesamten Bildungsweg von den Kleinsten bis hin zu Berufsausbildung und Studium die digitale Gesellschaft des 21. Jahrhunderts voneinander lernen und sich die Akteure gegenseitig helfen können. Weitere Infos: https://digitaltag.eu/aktion/digitaler-schulhof
  • Ferdi: Digitales Ferienangebot zur Lernförderung von Grundschulkindern mit Lernrückständen im Lesen, Schreiben und/oder Rechnen (DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation | IDeA Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk)
    Um Kindern, die aufgrund von Lernrückständen besonders von den Schulschließungen der vergangenen Wochen betroffen sind, gezielt helfen zu können, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes LONDI an der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation eine App konzipiert. Diese ermöglicht es Grundschullehrkräften, den Lernstand ihrer Schülerinnen und Schüler in Mathematik, Rechtschreiben und Lesen digital (und aus der Ferne) zu erfassen und ihnen wirksamkeitsgeprüfte digital nutzbare bzw. computerunterstützte Förderprogramme anbieten zu können. Die Lehrkraft bekommt Rückmeldungen über Übungsintensitäten und ergebnisse der Kinder. Das Angebot wurde speziell für den Einsatz während der kommenden Sommerferien konzipiert und ist ab Ende Juni von Lehrkräften für betroffene Kinder einsetzbar. Am Digitaltag stellt Prof. Marcus Hasselhorn vom DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation die App in einem eigens dafür entworfenen Webinar vor. Es richtet sich in erster Linie an Grundschullehrkräfte, aber auch an interessierte Eltern von Kindern im Grundschulalter. Weitere Infos: https://digitaltag.eu/aktion/ferdi-digitales-ferienangebot-lernfoerderung-grundschulkindern-lernrueckstaenden-lesen

Digitale Teilhabe nachhaltig fördern

Der Digitaltag ist ein bundesweiter Aktionstag und findet am 19. Juni 2020 erstmals statt. Trägerin ist die Initiative „Digital für alle“, in der 28 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand versammelt sind. Ziel ist die Förderung der digitalen Teilhabe. Unter dem Hashtag #digitalmiteinander soll der Aktionstag Menschen in ganz Deutschland miteinander verbinden und bietet eine Plattform, um verschiedenste Aspekte der Digitalisierung zu beleuchten, Chancen und Herausforderungen zu diskutieren und einen breiten gesellschaftlichen Dialog anzustoßen. Es steht allen offen, sich mit eigenen Aktionen und Online-Events einzubringen – ob Privatperson, Verein, Unternehmen oder öffentliche Hand. Mögliche Formate sind Webcasts, Webinare, Live-Streams, Online-Beratungen, virtuelle Führungen, Tutorials oder Hackathons. Anlässlich des Digitaltags wird der „Preis für digitales Miteinander“ in drei Kategorien verliehen, der mit insgesamt 30.000 Euro dotiert ist. Die Preisträger werden von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier virtuell in Schloss Bellevue empfangen.

Nach der Premiere am 19. Juni 2020 wird der Digitaltag jährlich stattfinden. Informationen und Hintergründe zur Initiative „Digital für alle“ sowie zum Digitaltag, zu den Aktionen und Beteiligungsmöglichkeiten, und zum Preis für digitales Miteinander gibt es unter www.digitaltag.eu.

Partner der Initiative „Digital für alle“:

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In 7 Schritten zu digitalen Schulen

  • Verbändebündnis veröffentlicht Handlungsempfehlungen zur Digitalisierung der Schulen
  • Lehrer, Bildungsinitiativen und Wirtschaft fordern gemeinsame Digitalisierungsoffensive von Bund, Ländern und Kommunen

Digitale Medien einsetzen, digitale Kompetenzen fördern und digitale Teilhabe für alle ermöglichen: Ein Bündnis aus Vertretern von Lehrerschaft, Bildungsinitiativen und Wirtschaft haben Bund, Länder und Kommunen zu einer gemeinsamen Offensive zur Digitalisierung der Schulen aufgerufen. Entwickelt und unterzeichnet hat das Papier „Offensive Digitale Schultransformation“ ein Zusammenschluss aus 18 Organisationen, darunter der Digitalverband Bitkom. „Die Corona-Krise hat uns wie unter einem Brennglas vor Augen geführt, wo wir bei der Digitalisierung der Schulen stehen. Den plötzlichen Wechsel ins virtuelle Klassenzimmer konnten einige Vorreiterschulen sehr gut meistern, den Großteil aber stellte das vor kaum lösbare Herausforderungen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Digitale Technologien haben den Schulbetrieb nicht nur im Corona-Lockdown am Leben gehalten, sondern können darüber hinaus und ganz grundsätzlich die Vermittlung von Wissen und Kompetenzen besser, effektiver und abwechslungsreicher machen. Bei der Digitalisierung der Schulen darf es nicht etwa darum gehen, das Analoge eins zu eins ins Digitale zu übertragen. Schulische Strukturen und Prozesse müssen von Grund auf neu gedacht und weiterentwickelt werden.“

Um die Schulen nachhaltig digital zu transformieren, gibt das Papier „Offensive Digitale Schultransformation“ sieben Handlungsempfehlungen:

1. Lehren und Lernen mit digitaler Unterstützung im Schulalltag ergänzen und zukunftsbezogen aktiv gestalten
Digitale Lern- und Lehrmittel müssen unter dem Primat der Pädagogik verstärkt in den Schulen genutzt und die Möglichkeiten digitaler Unterrichtstechnologien aktiv gestaltet und gewinnbringend in den Schulalltag integriert werden.

2. Digitale Bildungsmittel für alle Schülerinnen und Schüler bereitstellen – digitale Spaltung überwinden
Für die Ausstattung von allen Schülerinnen und Schülern mit digitalen Lerngeräten, die Bereitstellung qualitativ hochwertiger Bildungsinhalte und Zugang zum Internet sollten nachhaltige flexible Konzepte umgesetzt werden, beginnend bei der Unterstützung einmaliger Anschaffungen vor allem für Kinder aus ökonomisch benachteiligten Verhältnissen. Diese Unterstützung sollte wiederholt ermöglicht und dauerhaft finanziert werden.

3. Verpflichtenden Informatikunterricht ausweiten und die Nutzung von digitalen Werkzeugen in allen Fächern verbessern
Informatik sollte bundesweit verpflichtend ab Sekundarstufe I unterrichtet werden und zudem mit den übrigen MINT-Fächern gleichgestellt werden. Gleichzeitig sollten digitale Werkzeuge fächerübergreifend eingesetzt werden, wenn sie einen pädagogischen Mehrwert schaffen können.

4. Informatik- und Digitalkompetenzen durch verpflichtende Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften stärken
Für alle Lehrkräfte sollten eine grundständige schulform- und schulstufenspezifische Aus- und Weiterbildung sowie ein kurzfristiges Angebot mit hoher Reichweite eingerichtet werden, die es ihnen ermöglichen, Unterricht mithilfe digitaler Unterstützung zeitgemäß und zukunftsorientiert zu gestalten.

5. Sichere digitale Lernumgebungen etablieren und Formen der digitalen Kommunikation und Kooperation intensiver nutzen
Von Bund und Ländern bereitgestellte Online-Lernplattformen und digitale Bildungsinhalte müssen auch über die Corona-Krise hinaus flächendeckend an allen Schulen zur Verfügung stehen, um interaktiven (Fern-)Unterricht in Echtzeit sowie selbstständiges und kollaboratives Lernen zu ermöglichen.

6. Schulen durch flächendeckende Bereitstellung von IT-Fachpersonal, Medienberater*innen und zentralen Diensten dauerhaft unterstützen
Schulen brauchen Know-how und Manpower für die Digitalisierung. An allen Schulen müssen IT-Administratoren, Fachkräfte zur Beratung für den richtigen Einsatz digitaler Medien und Ansprechpersonen für zentrale Dienste, etwa Identity-Management-Systeme, zur Verfügung stehen.

7. Arbeitsmittel für Lehrkräfte bereitstellen – Engagement für digitalen Unterricht fördern
Allen Lehrkräften und Pädagoginnen und Pädagogen aller Art sollten eine ihren jeweiligen beruflichen Anforderungen entsprechende personengebundene Ausstattung zur Verfügung gestellt werden, wie zum Beispiel Notebook, Headset und Webcam inklusive der dafür erforderlichen Software.

Vollständiges Papier „Offensive Digitale Schultransformation“

Die ausführliche Version des Papiers „Offensive Digitale Schultransformation“ ist unter www.offensive-digitale-schultransformation.de abrufbar.

Unterzeichner:

Gesellschaft für Informatik | Bitkom – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien | Bundesverband Künstliche Intelligenz | Bundesverband IT-Mittelstand | Deutscher Lehrerverband | Deutscher Philologenverband | Verband Deutscher Realschullehrer | Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung | Katholische Erziehergemeinschaft Deutschland KEG | cnetz – Verein für Netzpolitik | Digitale Bildung für Alle | D64 | eco – Verband der Internetwirtschaft | Fraunhofer-Verbund IUK-Technologie | Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering | Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit | LOAD | MINT-EC | MINT Zukunft | Netzwerk Digitale Bildung | Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland

Corona-Hilfen für digitale Schulbildung

Präsident Berg: Geld muss umgehend bei bedürftigen Schülern ankommen

 Zur Umsetzung des 500-Millionen-Euro-Sofortprogramms für die Digitalisierung der Schulbildung erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

„Die Bundesregierung will Schülerinnen und Schüler bei der Anschaffung digitaler Lerngeräte unterstützen und stellt dafür 500 Millionen Euro bereit. Jedes Kind aus bedürftigen Familien soll 150 Euro erhalten. Dieser Schritt ist zwingend notwendig, um die Chancengleichheit bei digitalem Unterricht zu verbessern. Jetzt sind zwei Dinge wichtig: Erstens müssen wir den Einsatz auf mindestens 300 Euro verdoppeln, um wirklich etwas zu bewirken. Schließlich müssen die Geräte für den Schuleinsatz ausreichend leistungsfähig und sicher sein. Wir brauchen also mehr Geld und es muss regelmäßig gezahlt werden, etwa alle drei Jahre, damit die Geräte auf dem aktuellen Stand bleiben. Zweitens muss es jetzt schnell gehen: Das Geld muss umgehend bei den bedürftigen Schülern ankommen. Die Geräte werden jetzt während der Corona-Krise besonders dringend gebraucht, um wirklich alle Schüler in den digitalen Unterricht und Homeschooling einbeziehen zu können. Wie das geht, haben die unbürokratischen Wirtschaftshilfen für Kleinselbständige gezeigt.“

„Digitalpakt Deutschland“: Politische Vorschläge des Bitkom

Für den Weg aus der Corona-Krise und die Zeit danach hat der Digitalverband Bitkom mit dem „Digitalpakt Deutschland: Aufschwung für Wirtschaft und Innovation“ Vorschläge für die Bildungspolitik und andere Bereiche vorgelegt. Das vollständige Programm ist online abrufbar.

Bitkom zur Digitalisierung der Schulen nach Corona

  • Präsident Berg: „Corona bringt den Schulen Digitalisierung bei“

Zur Debatte über den Neustart der Schulen erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg:

„Die Corona-bedingte Digitalisierung hat einen überfälligen Epochenwechsel in den Schulen eingeleitet. Das Rad dürfen wir nicht einfach zurückdrehen. Es wäre falsch, jetzt überhastet wieder in den alten Unterrichtsmodus zurückzukehren. Anstatt Schüler und Lehrer unter extrem erschwerten Bedingungen immer wieder für kurze Zeit in kleinen Gruppen in die Schulräume zu beordern, sollte noch konsequenter auf hochwertige und für alle zugängliche digitale Bildungsangebote gesetzt werden. Bei der Digitalisierung der Bildung haben wir ewig vor allem darüber diskutiert, was alles nicht geht. Bis vor wenigen Wochen wurde in Deutschlands Schulen unterrichtet wie vor 40 Jahren. Dann kam das Virus und plötzlich mussten wir das, was wir verpasst haben, wie im Zeitraffer nachholen. Alles wurde auf digital gedreht, weil es nicht anders ging. Die Klassenzimmer wurden ins Virtuelle verlegt, Tafeln und Kreide durch Lernplattformen ersetzt, Gelder für digitale Ausstattung lockergemacht. Die Schulen, Schulverwaltungen und Lehrer lernen derzeit Digitalisierung im Crashkurs. Wenn wir das Virus besiegt haben, müssen wir über diese Zeit sagen können: Corona hat den deutschen Schulen Digitalisierung beigebracht.

Digitale Technologien haben den Schulbetrieb in den vergangenen Wochen zumindest eingeschränkt am Laufen gehalten, jetzt geht es darum, Schule mit Digitalisierung besser, gerechter und flexibler zu machen. Wir dürfen jetzt nicht zulassen, dass die sozialen Gräben tiefer werden. Kinder aus einkommensschwachen Familien müssen mit einem digitalen Kindergeld in Höhe von 300 Euro unterstützt werden und das regelmäßig, um digitale Lernmaterialien und Geräte für den digitalen Unterricht anzuschaffen. Lehrkräfte müssen viel besser und intensiver dabei unterstützt werden, digitale Bildungsinhalte und Werkzeuge einzusetzen, etwa bei technischen und rechtlichen Fragen. Digitale Lernplattformen und Bildungsinhalte, die von Bund und Ländern bereitgestellt wurden, müssen über die Corona-Zeit hinaus an allen Schulen zum Standard werden. Das Milliardenpaket Digitalpakt Schule muss jetzt endlich und sofort bei den Schulen ankommen, um sie mit digitaler Hardware auszustatten. Und in allen Ländern sollten Digitalkompetenzen als verpflichtendes Fortbildungsmodul im Schulgesetz verankert werden, um die Digitalisierung der Bildung langfristig erfolgreich zu gestalten.“

„Digitalpakt Deutschland“: Politische Vorschläge des Bitkom

Für den Weg aus der Corona-Krise und die Zeit danach hat der Digitalverband Bitkom mit dem „Digitalpakt Deutschland: Aufschwung für Wirtschaft und Innovation“ politische Vorschläge vorgelegt. Das vollständige Programm ist online abrufbar.

Bitkom zu Lockerungen der Corona-Regeln

  • Digitalisierung der Schulen vorantreiben
  • Potenzial digitaler Technologien im Kampf gegen das Virus nutzen

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Beschränkungen des öffentlichen Lebens bedeuten für uns alle große Herausforderungen und Entbehrungen. In der Debatte über mögliche Lockerungen muss stärker deutlich werden, dass es kein einfaches Zurück geben darf. In den vergangenen Wochen sind die Chancen spürbar geworden, die digitale Technologien für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft bieten. Die Digitalisierung ist es, die unser gesellschaftliches Leben in diesen Tagen am Laufen hält, vom Online-Shopping übers digitale Bürgeramt bis zum virtuellen Klassenzimmer.

Wenn für Schulen jetzt ein Weg aufgezeigt wird, wie der Unterricht stufenweise und unter Berücksichtigung der besonderen Umstände wiederaufgenommen wird, ist das grundsätzlich positiv. Der Bildungsauftrag sollte von pädagogischen Fachkräften wahrgenommen und nicht etwa auf Eltern abgewälzt werden in all den Fällen, in denen die Schulen keinen digitalen Unterricht organisieren können. Auch werden insbesondere soziale Kompetenzen am besten vor Ort vermittelt. Zugleich aber muss unser Ziel sein, dass Schülerinnen und Schüler, die vorübergehend weiterhin zuhause bleiben müssen, nicht benachteiligt werden dürfen. Sie müssen mindestens ebenso gut und aufmerksam unterrichtet werden wie jene, die eher wieder in die Schule dürfen. Überall sollten die Voraussetzungen geschaffen werden, dem Unterricht folgen zu können, auch ohne in der Schule präsent zu sein.

Die Corona-Krise hat gezeigt, dass das deutsche Bildungssystem insgesamt nicht ausreichend auf digitalen Unterricht vorbereitet ist. Diese Situation muss ein Anstoß sein, Digitalkompetenzen sowohl von Schülerinnen und Schülern als auch von Lehrkräften intensiv zu fördern. Die Schulen haben gerade einen Crash-Kurs in Sachen digitaler Unterricht hinter sich. Darauf kann und muss jetzt aufgebaut werden. Bundesländer sind gerade jetzt gefordert, Lehrerinnen und Lehrer entsprechend weiterzubilden. In der Krise eingeführte Systeme wie Schulclouds und Lernplattformen müssen ganz regulär Bestandteil des Unterrichtsalltags werden. Sofern dafür Lizenzkosten anfallen, müssen diese von den Ländern übernommen werden. Auch bei der digitalen Ausstattung der Schulen ist der große Nachholbedarf deutlich geworden. Die bislang kaum abgerufenen Mittel aus dem DigitalPakt Schule müssen nun zügig fließen und bei den Schulen ankommen. Dazu gehört auch, dass Schülerinnen und Schülern, die zuhause lernen und nicht entsprechend ausgestattet sind, digitale Arbeitsgeräte zur Verfügung gestellt werden.

Für die Schulen wie für alle anderen Bereiche des gesellschaftlichen Lebens gilt, dass das Rad der Digitalisierung nicht zurückgedreht werden darf. Wir müssen digitale Technologien nutzen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Ein wichtiger Baustein für den erfolgreichen und sicheren Restart unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens ist die Unterbrechung von Infektionsketten durch eine möglichst frühzeitige Information von Betroffenen. Bitkom unterstützt die Entwicklung von Apps, die mittels Bluetooth-Technologie pseudonymisiert und datensicher Nutzer informieren, die sich für einen bestimmten Zeitraum in unmittelbarer Nähe eines nachweislich Infizierten aufgehalten haben. Diese Apps zur Kontaktnachverfolgung sollten miteinander kompatibel sein und grenzübergreifend zum Einsatz kommen. Ihre Nutzung muss freiwillig sein und mit Anreizen verbunden werden, zum Beispiel einem erleichterten Zugang zu Tests oder zusätzlicher Bewegungsfreiheit.“

Karliczek: Bund unterstützt in Krise mit digitaler Lerninfrastruktur

BMBF baut Förderung der HPI-Schul-Cloud deutlich aus

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) öffnet die Schul-Cloud des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) für alle Schulen, die kein vergleichbares Angebot des Landes oder Schulträgers nutzen können. Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek:

„In diesen Wochen der Schulschließungen müssen wir alle Ressourcen mobilisieren, damit der Unterricht zumindest teilweise stattfinden kann. Viele Schulen und mit ihnen die Lehrerinnen und Lehrer haben hierfür bereits sehr engagiert Lösungen gefunden. Die vom Bund ins Leben gerufene Schul-Cloud steht ab sofort allen interessierten Schulen zur Verfügung, wenn sie noch keine anderen digitalen Angebote nutzen können. Solche digitalen Lehr- und Lernangebote, die auch zu Hause genutzt werden können, sind zurzeit ein wahrer Gewinn. Viele Lehrkräfte benötigen Infrastruktur, um ihren Unterrichtsstoff auch auf Distanz vermitteln zu können. Die HPI-Schul-Cloud, die das BMBF fördert, hat sich als digitale Lerninfrastruktur gut etabliert. Sie wird bereits von vielen Gymnasien bisher mit einem Schwerpunkt auf den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik; „MINT-EC-Schulen“) genutzt. Als künftige Landeslösung pilotiert wird die Schul-Cloud jetzt schon in den Ländern Niedersachsen, Brandenburg, und Thüringen. Jetzt kommt Sachsen-Anhalt noch hinzu.

Die Schul-Cloud bietet vielseitige Einsatzmöglichkeiten: Schülerinnen und Schüler können Unterrichtsmaterial jederzeit bearbeiten. Lehrkräfte können naturwissenschaftliche Experimente einstellen und auf Bildungsmaterialien zugreifen, die die Lernenden dann beliebig oft abrufen können. Und auch Partner- und Teamarbeit ist möglich: Schüler können gemeinsam Aufgaben lösen. Das schafft auch in der aktuellen Situation des Heimunterrichts eine Art ‚digitalen Klassenverbund‘.

Die vom BMBF geförderte HPI-Schul-Cloud schafft ein Angebot insbesondere für die Schulen, die noch keine eigene Cloud-Lösung nutzen können. Die Zuständigkeit der Länder für die Schulen und damit auch für digitale Lehrinhalte wird dadurch selbstredend nicht in Frage gestellt. Es geht um Soforthilfen für Schulen in einer nie dagewesenen und bislang kaum vorstellbaren Notlage. Deshalb ist das Angebot auch auf die Dauer der Krise beschränkt. Der Bund will damit sein Möglichstes tun, um die Lehrerinnen und Lehrer in der aktuellen Herausforderung zu unterstützen und ebenso den Schülerinnen und Schülern zu helfen. Dabei ist mir eines ganz wichtig: Die HPI-Schul-Cloud kann immer nur eine Ergänzung von Präsenzunterricht sein. Sie kann weder die Unterrichtsausfälle komplett abfedern, noch kann sie Millionen von Eltern im Heimunterricht vollständig entlasten.

Darüber hinaus habe ich die Länder dazu ermuntert, Mittel aus dem DigitalPakt Schule abzurufen, um die vielerorts bestehenden Engpässe bei den digitalen Unterrichtsangeboten für die Schulkinder zu Hause schnell zu beseitigen. Die Bundesmittel haben wir den Ländern zugewiesen, um die derzeit nötigen IT-Kapazitäten zu schaffen.“

 

Hintergrund:

Seit 2016 fördert das Bundesbildungsministerium das Forschungsprojekt „Schul-Cloud“ am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam. Die HPI-Schul-Cloud ermöglicht es Schülerinnen und Schülern sowie Lehrenden digitale Lehr- und Lernangebote schul- und fächerübergreifend abzurufen – jederzeit und von jedem Ort.

Derzeit können 128 MINT-EC-Schulen (Gymnasien mit einem Schwerpunkt auf den sogenannten MINT-Fächern: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) bundesweit und im Ausland die HPI Schul-Cloud im Unterricht nutzen. Als Niedersächsische Bildungscloud, Schul-Cloud Brandenburg und Thüringer Schulcloud wurden außerdem landesweite Lösungen an jeweils mehr als 40 Schulen aller Schulformen und Bildungseinrichtungen im Unterrichtseinsatz erprobt. Dort werden die Cloud-Lösungen jetzt als länderübergreifendes Projekt gemeinsam mit Sachsen-Anhalt im Rahmen des DigitalPakts Schule ausgerollt. Weitere Pilotprojekte mit Schulträgern und einzelnen Schulen starten derzeit in ganz Deutschland.

Die Voraussetzungen, um die HPI-Schul-Cloud in großem Umfang auszuweiten, sind bereits geschaffen. Das System kann schnell ausgerollt und wie in einem Baukasten-System an die unterschiedlichen Bedarfe der Schulen angepasst werden.

Mit der Einbindung offener Bildungsinhalte – Open Educational Resources (OER) – soll auch der Zugriff auf Lerninhalte verbessert werden. Daher sind das Bündnis Freie Bildung und das edu-sharing Network Teil des Projekts.

Weitere Informationen:

Schulleiterinnen und Schulleiter, die das Angebot Schul-Cloud nutzen wollen, finden weitere relevante Informationen auf der Website der HPI-Schul-Cloud: https://schul-cloud.org/

https://www.bmbf.de/de/die-schul-cloud-digitale-lernangebote-fuer-den-unterricht-7479.html

Das edu-sharing Network vernetzt Bildungsorganisationen, um Lerninhalte, Softwarewerkzeuge und pädagogische Vorlagen zu teilen. Der gemeinnützige Verein bündelt die Ressourcen von Anwendern, Entwicklern und Bildungsexperten. Gemeinsam werden sichere, vernetzte Bildungsclouds gestaltet sowie Lerninhalte und Werkzeuge erschlossen: https://edu-sharing-network.org/

Das Bündnis Freie Bildung vereinigt Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen, die sich für freie Bildung, frei zugängliche Bildungsmaterialien, offene Bildungspraktiken und offene Lizenzen in der Bildung einsetzen: https://buendnis-freie-bildung.de/

6 von 10 Schülern kritisieren Fehlen digitaler Medien im Unterricht

  • Schlechte technische Ausstattung stört mehr als jeden Zweiten
  • Berg: „In Zeiten der Corona-Krise muss uns das wachrütteln“
  • Bitkom veröffentlicht Liste mit Anwendungen für digitalen Unterricht

Marode Schulgebäude, überfüllte Klassenräume, ruppiger Umgang auf dem Pausenhof – an deutschen Schulen gibt es viele Probleme. Keines davon stört Schüler allerdings so sehr, wie der fehlende Einsatz digitaler Medien im Unterricht: 59 Prozent der Schüler in Deutschland sehen dies als eines der dringlichsten Probleme an. 56 Prozent bemängeln eine schlechte technische Ausstattung. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 503 Schülern im Alter von 14 bis 19 Jahren in weiterführenden Schulen in Deutschland, die im Auftrag des Digitalverband Bitkom im Januar und Februar dieses Jahres durchgeführt wurde. Diese beiden Aspekte rangieren dabei deutlich vor allen anderen: So nennen 43 Prozent den Umgang untereinander als dringlichstes Problem, 42 Prozent den allgemeinen Unterrichtsausfall und 38 Prozent überfüllte Klassen. Veraltete Lerninhalte kritisieren etwa 3 von 10 Schülern (29 Prozent), 22 Prozent beklagen sich über inkompetente Lehrer und 18 Prozent über baufällige Schulgebäude.

Vom Fehlen digitaler Medien im Unterricht sind Hauptschüler mit 69 Prozent besonders betroffen, sowie 53 Prozent der Realschüler, 62 Prozent der Schüler an integrierten Gesamtschulen und 57 Prozent der Gymnasiasten. Die schlechte technische Ausstattung verteilt sich über alle Schulformen gleichermaßen. „Diese Zahlen müssen uns wachrütteln – insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Schulen zur Eindämmung des Corona-Virus für mehrere Wochen geschlossen sind. Überall dort, wo digitale Medien noch nicht fester Bestandteil des Unterrichts sind, wird es nun besonders schwer sein, die Schüler erfolgreich durch die nächsten Wochen und Monate zu führen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Mithilfe digitaler Technologien kann es jedoch gelingen, den Schulbetrieb auch in einer Ausnahmesituation wie dieser aufrechtzuerhalten. Das machen uns andere europäische Länder gerade vor.“ So hat etwa Frankreich eine staatliche Webschule mit virtuellen Klassenzimmern eingerichtet, Dänemark verpflichtet alle Kommunen, Fernunterricht anzubieten. In Deutschland stellen einzelne Bundesländer wie zuletzt das Saarland zwar Zugänge zu digitalen Unterrichtsplattformen bereit, eine einheitliche Vorgehensweise gibt es jedoch nicht. „Der deutsche Bildungsföderalismus stellt speziell unter den jetzigen Umständen ein Hindernis in der flächendeckenden und unkomplizierten Bereitstellung digitaler Bildungsinhalte dar“, kritisiert Berg.

Schüler wünschen sich digitale Schulen

  • Große Mehrheit betont Chancen der Digitalisierung, fordert bessere IT-Ausstattung und mehr digitale Lerninhalte
  • Jeder Zweite will keine Schulbücher mehr, sondern digitale Medien
  • Bitkom zeichnet 20 neue Smart Schools aus – Netzwerk wächst auf 61 Standorte

Vernetzte Schulen, virtuelle Klassenzimmer und adaptives Lernen: Die Digitalisierung kann den Schulunterricht verbessern, den Lernerfolg steigern und die begrenzten Lehrkapazitäten effizienter einsetzen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von mehr als 500 Schülern weiterführender Schulen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Demnach sehen acht von zehn Schülern (83 Prozent) in der Digitalisierung eine Chance für die Schulen. Lediglich jeder Achte (13 Prozent) betrachtet sie als ein Risiko. Investitionen in digitale Technologien und deren Anwendung haben für die Schüler oberste Priorität – und sind sogar noch wichtiger als andere drängende Herausforderungen. So ist für sechs von zehn (59 Prozent) der fehlende Einsatz digitaler Medien das dringlichste Problem an ihrer Schule. Auch eine schlechte technische Ausstattung wird von mehr als der Hälfte (56 Prozent) beklagt. Erst danach kommen andere Probleme wie Unterrichtsausfall (42 Prozent), überfüllte Klassen (38 Prozent) und baufällige Schulgebäude (18 Prozent). Auch die Umgangsformen der Schüler untereinander (43 Prozent), veraltete Lehrinhalte (29 Prozent) und aus Sicht der Schüler inkompetente Lehrer (22 Prozent) sind ein Thema. „Für die Schüler steht die Digitalisierung ganz oben auf der Agenda. Die starke Nachfrage nach digitalen Technologien, digitalen Konzepten und digitalen Inhalten ist ein Auftrag, den alle Schulen annehmen müssen“, sagt Bitkom Präsident Achim Berg.

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) Dr. Stefanie Hubig erklärt: „Die Corona-Krise ist ein Stresstest für die digitale Infrastruktur der Schullandschaft, von einem auf den anderen Tag soll das Lernen und Lehren auf digital umgeschaltet werden. Dass das nicht ohne Ruckeln funktioniert, ist ganz klar. Ich bedanke mich trotzdem bei allen, die jetzt rund um die Uhr im Einsatz sind und sich dieser technischen und pädagogischen Herausforderung stellen. Digitale Bildung umfasst mehr als nur die neuen technischen Möglichkeiten, es ist ein pädagogischer und didaktischer Auftrag an das Lernen und Lehren in einer zunehmend digitalisierten Welt. Unsere Schulen nehmen diesen Auftrag an, das zeigen nicht zuletzt die Smart Schools, die als Schulgemeinschaft digitale Innovation und Kreativität leben. Aber natürlich ist auch bei diesem Thema noch viel Luft nach oben. Alle Länder arbeiten deshalb unter Hochdruck daran, noch besser zu werden. Die KMK-Digitalstrategie und der DigitalPakt Schule werden hierbei wichtige Impulse liefern.“

Überwiegend positives Digitalzeugnis für Lehrer

Ihren Lehrern stellen die Schüler laut Bitkom-Studie in puncto Digitales ein überwiegend positives Zeugnis aus. Jeder Fünfte (21 Prozent) erkennt im Großteil seiner Lehrer Technik-Fans. Sechs von zehn (58 Prozent) sagen, ihre Lehrer stehen digitalen Medien überwiegend positiv gegenüber. Nur jeder Elfte (9 Prozent) meint dagegen, die Lehrer seien gegenüber digitalen Medien eher zurückhaltend. Und dass der Großteil der Lehrer digitale Medien grundsätzlich sehr kritisch sieht, meinen gerade einmal 7 Prozent. Was die Ausstattung der Schulen betrifft, sind viele Schüler hingegen kritisch gestimmt. Jeweils drei Viertel beurteilen die Auswahl an digitalen Lernangeboten als zu gering (77 Prozent) und halten die technischen Voraussetzungen für die Verwendung digitaler Lernangebote an ihrer Schule für verbesserungswürdig (75 Prozent). Immerhin jeder Zweite (51 Prozent) urteilt, viele Lehrer hätten keine Lust, digitale Medien im Unterricht einzusetzen. Dabei sind die Schüler von den Vorzügen überzeugt. Nahezu alle (93 Prozent) sagen, digitale Medien machen den Unterricht interessanter. Demgegenüber stehen nur 6 Prozent, sich einen Unterricht ohne digitalen Medien wünschen. Drei Viertel (73 Prozent) sehen den Vorteil, dass durch den Einsatz digitaler Medien besser auf die individuellen Bedürfnisse einzelner Schüler eingegangen werden kann, etwa mit adaptiven Lernformaten und stärker an den persönlichen Lernfortschritt angepassten Lerninhalten. Sechs von zehn (60 Prozent) sagen von sich, Lehrinhalte durch digitale Medien besser und schneller zu verstehen. Eine Mehrheit (54 Prozent) würde Schulbücher am liebsten durch digitale Angebote ersetzen. Die Schüler wünschen sich zudem, dass sie von der Schule mit IT ausgestattet werden. 85 Prozent meinen, jeder Schüler sollte ein mobiles Endgerät, etwa einen Laptop oder ein Tablet, zur Verfügung gestellt bekommen.

Rechtliche und moralische Fragen der Digitalisierung interessieren am stärksten

Bei der Vermittlung von digitalen Kenntnissen und Kompetenzen im Unterricht interessieren sich die Schüler vor allem für rechtliche und moralische Fragen. Drei Viertel (74 Prozent) finden, dass rechtliche Grundlagen im Internet, etwa das Urheberrecht, eine stärkere Rolle spielen sollten. Zwei Drittel (65 Prozent) wünschen sich eine verstärkte Vermittlung richtigen Verhaltens in Chats und Sozialen Netzwerken, sechs von zehn (58 Prozent) wollen das Thema Datenschutz intensiver behandeln. Die Wünsche unterscheiden sich zum Teil davon, was aktuell im Unterricht die größte Rolle spielt: Vorn liegen die Nutzung des Internets für Recherchen (88 Prozent) und das richtige Anwenden von Programmen (79 Prozent). Bereits verstärkt vermittelt werden zudem das richtige Verhalten Schüler in Chats und Sozialen Netzwerken (75 Prozent) und Datenschutz im Internet (72 Prozent) – beides sollte nach Ansicht der Schüler aber noch intensiver behandelt werden. „Die Schüler haben ein gutes Gespür für die wichtigen und komplexen Fragen, die auch Erwachsene herausfordern. Das zeigt, wie wichtig Medienkompetenz und Digitalkompetenz mittlerweile geworden sind – beides gehört zwingend auf den Stundenplan“, sagt Berg.

Schüler vertrauen Familie und Lehrern mehr als Journalisten, Politikern und Managern

Das Internet ist aus dem Schulalltag nicht wegzudenken – nahezu jeder Schüler (99 Prozent) recherchiert für Hausaufgaben oder zur Unterrichtsvorbereitung online Informationen. Dabei prüfen acht von zehn (83 Prozent) auch die Qualität der Informationsquelle. 57 Prozent suchen gezielt nach weiteren Quellen, die die Informationen bestätigen. 55 Prozent informieren sich über die Quelle selbst. 28 Prozent holen sich Rat von Freunden oder in der Familie. 23 Prozent geben an, sich bei der Informationssuche nur auf bekannte Websites zu beschränken. Und 17 Prozent recherchieren, ob die Quelle in anderen Beiträgen zitiert wurde. Wenn es um den Wahrheitsgehalt von Informationen geht, bringen Schüler Online-Enzyklopädien wie Wikipedia (76 Prozent) das größte Vertrauen entgegen. Auch Suchmaschinenergebnisse (63 Prozent) und Soziale Netzwerke beziehungsweise Messenger (58 Prozent) werden überwiegend als vertrauenswürdig eingestuft. Unter journalistischen Online-Medien werden Nachrichten-Webseiten oder -Apps von Fernsehsendern als am vertrauenswürdigsten (66 Prozent) eingestuft. Das größte Vertrauen genießen demgegenüber Familienangehörige (91 Prozent) und Lehrer (73 Prozent). Auch Wissenschaftler (61 Prozent) haben einen guten Stand. Jeder Zweite (47 Prozent) hält Profi-Sportler für vertrauenswürdig, jeder Dritte (34 Prozent) Journalisten. Vertreter staatlicher Institutionen (21 Prozent) rangieren auf einer Stufe mit Influencern (19 Prozent), abgeschlagen am Ende liegen Politiker (8 Prozent) und Top-Manager in der Wirtschaft (7 Prozent).

IT-Vorbilder: Bill Gates, Mark Zuckerberg und die eigenen Eltern

Eine Karriere in Technik-Berufen kann sich etwa jeder zweite Schüler (47 Prozent) vorstellen. Im technischen Berufsfeld ist der Ingenieur am gefragtesten (25 Prozent), gefolgt vom Naturwissenschaftler (22 Prozent) und der IT-Fachkraft (15 Prozent). „Immerhin jeder siebte Schüler kann sich eine Karriere als IT-Experte vorstellen. Diese Spezialisten werden dringend gebraucht – die Zahl freier Stellen für IT-Spezialisten hat sich binnen der vergangenen beiden Jahre mehr als verdoppelt . Sie sind auch und gerade in Krisenzeiten gefragt“, sagt Berg. Jeder dritte Schüler (36 Prozent) hat konkrete Vorbilder im IT-Bereich. Am populärsten bei den Schülern mit IT-Vorbildern sind Bill Gates und Mark Zuckerberg (jeweils 18 Prozent). Dahinter werden am häufigsten die eigenen Eltern (13 Prozent) und Influencer (12 Prozent) genannt.

Drei von zehn Schülern rechnen mit der Abschaffung klassischer Fächer bis 2030

Beim Blick in die Zukunft sind die Schüler eher zurückhaltend. Sechs von zehn (60 Prozent) glauben, dass bis 2030 jedem Schüler ein Tablet zur Verfügung steht. Vier von zehn (43 Prozent) erwarten, dass Klassenarbeiten dann nur noch digital bearbeitet werden. Drei von zehn (30 Prozent) rechnen damit, dass es keine klassischen Schulfächer mehr geben wird. „Im internationalen Vergleich haben Deutschlands Schulen einiges nachzuholen, was die Digitalisierung angeht. Viele Schüler sind zwar von den Vorteilen digitaler Technologien überzeugt, können sich aber nicht vorstellen, dass sie in den kommenden zehn Jahren flächendeckend zur Verfügung stehen“, sagt Berg.

20 neue Smart Schools ausgezeichnet

Gleichwohl machen sich heute schon immer mehr Schulen mit Erfolg auf den Weg in die digitale Zukunft. Die besten unter ihnen zeichnet Bitkom als „Smart School“ aus. Smart Schools sind digitale Vorreiterschulen und stützen sich auf die drei Säulen digitale Infrastruktur, digitale Curricula und Lehrinhalte sowie digitalkompetente, geschulte Lehrer. 2020 werden 20 weitere Schulen in neun Bundesländern ausgezeichnet – von Grundschulen über Gesamtschulen und Gymnasien bis zur Berufsschule:

Baden-Württemberg:

  • Max Hachenburg Schule
  • Berufliche Schule Riedlingen

Bayern:

  • Grundschule Weißenstadt
  • Staatliche Realschule Vohenstrauß
  • Staatliches Berufliches Schulzentrum Weiden in der Oberpfalz

Berlin:

  • Martin-Buber-Oberschule

Mecklenburg-Vorpommern:

  • Regionales Berufliches Bildungszentrum Müritz

Niedersachsen:

  • Oskar-Schindler-Gesamtschule Hildesheim
  • Kämmer International Bilingual School
  • Integrierte Gesamtschule Lengede

Nordrhein-Westfalen:

  • Freie Christliche Gesamtschule Düsseldorf
  • Berufskolleg Hückeswagen
  • Villa Wewersbusch
  • Otto-Hahn-Gymnasium

Rheinland-Pfalz:

  • Gymnasium am Römerkastell
  • Evangelisches Gymnasium Bad Marienberg
  • Grundschule St. Hubertus Hetzerath
  • Grundschule am Königsberg

Sachsen-Anhalt:

  • SINE-CURA-Schule

Schleswig-Holstein:

  • Peter-Härtling-Schule


Beworben hatten sich mehr als 80 Schulen. Gefragt waren die besten Konzepte und Projekte zur Digitalisierung von Schule und Unterricht. Ausgezeichnete Schulen werden Teil des bundesweiten Smart-School-Netzwerks an nunmehr 61 Standorten. Der Wettbewerb wird unterstützt von der Deutschen Telekom. Bitkom hatte den Wettbewerb im Sommer 2017 anlässlich des Digital-Gipfels in der Rhein-Neckar-Region gestartet. Ziel ist es, in den kommenden Jahren flächendeckend Smart Schools einzurichten, von denen andere Schulen lernen können. Weitere Informationen unter www.smart school.de.

Grafik

Machine Learning in der Schule

Gerne informieren wir Sie heute über die Neuerscheinung „Machine Learning in der Schule“ aus unserer Science on Stage Unterrichtsreihe für MINT-Lehrkräfte. In dieser Broschüre entwerfen die Schülerinnen und Schüler ein Modell zur Gesichtserkennung.

Unsere Unterrichtsmaterialien sind kostenfrei. Mehr dazu sowie der Download auf: www.science-on-stage.de/machine-learning

Für alle Rückfragen stehen wir Ihnen natürlich gerne jederzeit zur Verfügung!

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Science on Stage Deutschland e.V. 
Am Borsigturm 15 – 13507 Berlin
Tel.: 0049 30 400067-42 – Fax: 0049 30 400067-35
www.science-on-stage.de I www.science-on-stage.eu I www.facebook.com/scienceonstagedeutschland

Science on Stage – The European Network for Science Teachers

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Ab sofort ist es für alle Schulen wieder möglich, sich als “MINT-freundliche Schule” zu bewerben. Gleichzeitig startet auch die Bewerbungsphase für das Signet “Digitale Schule”. Zu beiden Signets haben wir hier für Sie Informationen zusammengefasst.

Das Signet “MINT-freundlichen Schule” – Bewerbungsschluss 31. Mai 2020

Die nachhaltige Verbesserung des MINT-Unterrichts an Schulen ist ein wichtiges Anliegen um die Welt zu verstehen und an ihr teilhaben zu können. Dazu ehren Partnerorganisationen der Initiative “MINT Zukunft schaffen!”, Stiftungen, Unternehmen, Vereine und Verbände (LINK) gemeinsam Schulen, die einen Schwerpunkt auf die MINT-Bildung legen. Dabei ist die Ehrung und Hervorhebung von Schulen in der Breite mit einem erkennbaren, grundlegenden MINT-Schwerpunkt notwendig und zielführend, um in Deutschland die MINT-Bildung quantitativ und qualitativ auszubauen. Es können sich alle Schularten bewerben.

Die Ehrung steht unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz (KMK).

Infos und die Bewerbungsunterlagen “MINT-freundliche Schule” finden Sie hier.

Das Signet “Digitale Schule” – Bewerbungsschluss 31. Mai 2020

Auch Schulen in Deutschland stehen vor der Herausforderung der Digitalisierung. Auf Initiative von “MINT Zukunft schaffen!” haben Expertinnen und Experten aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft als Partner des Projekts “Digitale Schule” einen Kriterienkatalog als Leitfaden für Schulen entwickelt. Neben einen umfassenden Nachweis der Profilbildung im Bereich Digitalisierung unterstützt das Signet die Vernetzung mit Partnerunternehmen und MINT-Botschaftern und ist eine Anerkennung für geleistete Arbeit im Bereich der digitalen Bildung. Es können sich alle Schularten bewerben.

Die Ehrung steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin für Digitalisierung bei der Bundeskanzlerin Dorothee Bär.

Infos und die Bewerbungsunterlagen “Digitale Schule” finden Sie hier.

Familien, Singles, Senioren: So findet man die richtige Smart-Home-Anwendung für das eigene Zuhause

  • Für wen lohnt sich was? Bitkom veröffentlicht Broschüre mit Tipps und Beispielen zu Smart-Home-Lösungen
  • Heute ist der internationale Energiespartag

Sind Leuchten, die sich per Smartphone bedienen lassen, das Smart Home? Sind es smarte Thermostate? Staubsaugerroboter? Ja – zumindest teilweise. Sie alle sind Bausteine eines Smart Homes, genauso wie intelligente Türschlösser, Kameras, Rollläden. Aktuell nutzt rund jeder Dritte in Deutschland (31 Prozent) mindestens eine Smart-Home-Anwendung. Doch erst wenn die einzelnen Elemente miteinander kommunizieren und interagieren, wird das Zuhause richtig smart – und zu einer echten Unterstützung für die Bewohner.

Der Digitalverband Bitkom stellt in einem jetzt veröffentlichten Leitfaden die Möglichkeiten einzelner Smart-Home-Anwendungen vor und für wen sich diese besonders eignen. Nicht technisch-abstrakt, sondern konkret anhand der fiktiven Familie Müller – einer Familie, die aus drei Generationen besteht und in deren Alltag es Herausforderungen und Nöte, Wünsche und Vorlieben gibt, die sich wohl in vielen Familien wiederfinden lassen: von einem vergessenen Haustürschlüssel, der Haustierversorgung während des Wochenendtrips bis hin zum Wunsch, im Alter selbstständig in den eigenen vier Wänden leben zu können. „Die Broschüre trägt Beispiele aus ganz alltäglichen Bereichen zusammen und zeigt, wie Smart-Home-Anwendungen helfen können, das Leben einfacher, komfortabler und sicherer zu machen“, sagt Dr. Sebastian Klöß, Bitkom-Referent für Consumer Technology. „Doch es geht auch ganz konkret darum, Energie einzusparen und damit die laufenden Haushaltskosten zu senken. So reagieren etwa smarte Heizungen auf Wetterprognosen und helfen, unnötiges Heizen bei gutem Wetter zu verhindern.“ Insgesamt werden 16 Beispiele vorgestellt, wie das Smart Home wirksam helfen kann, den Alltag zu erleichtern. Eine Beschreibung, wie das Smart Home ein konkretes Problem der Familie mit Kindern, des Opas, des Singles oder des kinderlosen Paares lösen kann, ist genauso enthalten wie ein kurzer Abschnitt über die Technik, die dahintersteckt.

„Smart-Home-Anwendungen sind nicht nur etwas für Jüngere. Auch für Senioren bietet das Smart Home viele Vorteile und kann helfen, damit jeder möglichst lange in seinen eigenen vier Wänden leben kann“, betont Klöß. So erkennt eine sensorgesteuerte Orientierungsbeleuchtung automatisch, wenn jemand nachts aus dem Bett aufsteht, um beispielsweise zur Toilette zu gehen. Stürze im Dunkeln werden dadurch vermieden. Ein intelligenter Herd erkennt, wenn nach dem Kochen versehentlich die Herdplatte angelassen wurde und schaltet diese aus, bevor Brandgefahr entsteht. Türsensoren überwachen, ob die Wohnung zu einer ungewöhnlichen Zeit verlassen wurde – oder ob die Wohnungstür schon lange nicht mehr geöffnet wurde. „All diese Smart-Home-Funktionen helfen Älteren in ihrem Zuhause – genauso aber auch Singles, Paaren und Familien mit Kindern“, so Klöß. „Das Smart Home ist etwas für die ganze Familie.“

Die Broschüre „Familienfreundliches Smart Home. Wie das Smart Home den Alltag erleichtern kann“ steht zum kostenlosen Download bereit unter: https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Familienfreundliches-Smart-Home

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