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Cybercrime: Jeder zweite Internetnutzer wurde Opfer

 

■   Angriffe mit Schadprogrammen, Identitätsdiebstahl und Betrug kommen am häufigsten vor
■   Nur jeder sechste Betroffene erstattet Anzeige
■   Geringes Interesse an Versicherungen gegen Cyberkriminalität

 
Ein Schadprogramm blockiert den Computer und der Besitzer wird in erpresserischer Manier aufgefordert, Geld zu zahlen. Ein Fremder nutzt plötzlich die eigenen Online-Zugänge zu Sozialen Medien oder zum Online-Shopping. Oder der Verkäufer auf einer Auktionsplattform schickt nur einen leeren Karton, nachdem das Geld eingegangen ist: Jeder zweite deutsche Internetnutzer (49 Prozent) hat in den vergangenen zwölf Monaten solche oder ähnliche Erfahrungen gemacht und ist Opfer von Cybercrime geworden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.017 Internetnutzern ab 14 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Mit Abstand häufigstes Delikt ist dabei die Infizierung des Computers mit Schadprogrammen wie Viren. 43 Prozent der Internetnutzer wurden Opfer eines solchen Angriffs. Rund jeder Fünfte gibt an, dass Zugangsdaten zu Online-Diensten wie Sozialen Netzwerken oder Online-Shops gestohlen (19 Prozent) oder persönliche Daten illegal genutzt (18 Prozent) wurden. Rund jeder Sechste (16 Prozent) ist beim Online-Shopping oder Online-Banking betrogen worden. 8 Prozent berichten von massiven Beleidigungen, 5 Prozent von sexueller Belästigung im Netz. „Die zunehmende Vernetzung und die verbreitete Nutzung digitaler Technologien lockt auch Kriminelle an. Internetnutzer sollten sich mit technischen Hilfsmitteln wie aktuellen Virenscannern und Firewalls schützen, zugleich muss aber auch das Wissen der Nutzer über mögliche Angriffe im Netz und Schutzmöglichkeiten verbessert werden“, sagt Bitkom-Präsidiumsmitglied Winfried Holz zum Auftakt der IT-Sicherheitsmesse it-sa in Nürnberg.

In jedem zweiten Fall von Cybercrime (54 Prozent) ist ein finanzieller Schaden entstanden. So gibt jedes vierte Opfer an, dass wegen des Angriffs ein IT-Experte hinzugezogen wurde, etwa bei einem Reparaturdienst (28 Prozent), oder dass Hard- oder Software gekauft wurde (23 Prozent). 16 Prozent erlitten einen finanziellen Schaden, weil sie Waren bezahlt haben, die nicht angekommen sind, oder weil sie für privat online verkaufte Waren kein Geld erhalten haben. 8 Prozent haben einen Rechtsanwalt eingeschaltet, 4 Prozent haben fremde finanzielle Transaktionen auf ihrem Konto oder mit ihrer Kreditkarte festgestellt. Die Bereitschaft, eine Versicherung gegen finanzielle Schäden durch Cybercrime abzuschließen, ist allerdings gering. Nur 6 Prozent sagen, dass sie auf jeden Fall eine solche Police abschließen werden oder bereits einen entsprechenden Schutz besitzen. Weitere 13 Prozent können sich vorstellen, künftig eine solche Versicherung abzuschließen. Jeder Zweite (52 Prozent) will aber auf keinen Fall einen solchen Schutz vereinbaren, jeder Vierte (24 Prozent) kann sich das eher nicht vorstellen.

Die große Mehrheit der Cybercrime-Opfer reagiert nicht weiter auf die Vorfälle. Zwei Drittel (65 Prozent) der Betroffenen geben an, dass sie nichts unternommen haben. 18 Prozent haben Anzeige bei Polizei oder Staatsanwaltschaft erstattet, 16 Prozent haben sich an einen Plattform-Betreiber wie etwa das Soziale Netzwerk oder die Online-Verkaufsplattform gewandt, 11 Prozent haben Beratungsstellen wie die Verbraucherzentralen eingeschaltet und 5 Prozent haben eine öffentliche Stelle informiert, wie zum Beispiel das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). „Wer Opfer von Cybercrime wird und wem dadurch sogar noch ein finanzieller Schaden entsteht, der sollte die Behörden informieren“, sagt Holz.

Hauptgrund dafür, sich nicht an Polizei oder Staatsanwaltschaft zu wenden, ist die geringe Hoffnung auf Hilfe. Rund jedes zweite Cybercrime-Opfer (45 Prozent), das keine Anzeige erstattet hat, glaubt, dass die Täter ohnehin nicht gefasst werden, jedem Dritten (34 Prozent) ist zudem der Aufwand zu hoch. 13 Prozent sagen, dass Polizei und Staatsanwaltschaft Cybercrime nicht ernst nehmen, 12 Prozent waren sich nicht sicher, ob ihr Fall überhaupt von den Behörden verfolgt würde, und 8 Prozent glauben, dass sich die Ermittler mit dem Thema schlicht nicht auskennen. 5 Prozent geben an, gar nicht zu wissen, an wen sie sich für eine Anzeige wenden können. 2 Prozent war es unangenehm, den Vorfall mit einem Ermittler zu besprechen – und 12 Prozent hatten Sorge, dass ihr eigener Computer für den Zweck der Ermittlungen durchsucht oder beschlagnahmt werden könnte und haben deshalb auf eine Anzeige verzichtet.

Wer sich an Polizei oder Staatsanwaltschaft wendet, macht zunächst positive Erfahrungen. Jeder Zweite (50 Prozent) gibt an, die Beamten hätten sehr kompetent gewirkt, was den Umgang mit Cybercrime angeht. Fast jeder Vierte (23 Prozent) sagt aber, dass die Beamten nicht den Eindruck gemacht hätten, die Vorgänge verstanden zu haben. Und ebenfalls jeder Vierte (25 Prozent) berichtet, die Beamten hätten versucht, ihn vom Erstatten der Anzeige abzuhalten. Auch die Erfolgsaussichten der Anzeige scheinen durchwachsen. In 31 Prozent der Fälle geben die Cybercrime-Opfer an, dass die Ermittlungen noch laufen. 37 Prozent der Ermittlungen wurden mangels Beweisen eingestellt, 24 Prozent ohne Ergebnis, weil kein Täter ermittelt werden konnte. Nur 7 Prozent der Anzeigen führten dazu, dass ein Täter identifiziert wurde. „Verbrechen in der digitalen Welt sind kein Kavaliersdelikt. Bei allen Landeskriminalämtern gibt es inzwischen eine Zentrale Ansprechstelle Cybercrime, an die sich betroffene Bürger und Unternehmen wenden können“, so Holz. „Die staatlichen Stellen müssen jetzt technologisch und personell besser ausgestattet werden, damit sie solche Vorfälle ebenso verfolgen können wie Verbrechen in der analogen Welt.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research durchgeführt hat. Dabei wurden 1.017 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Welche der folgenden Erfahrungen mit kriminellen Vorfällen haben Sie persönlich in den vergangenen 12 Monaten im Internet gemacht?“, „Ist Ihnen infolge der kriminellen Vorfälle im Internet ein finanzieller Schaden entstanden?“, „Können Sie sich vorstellen, eine Versicherung abzuschließen, um sich bei kriminellen Vorfällen im Internet abzusichern?“, „Wie haben Sie auf die von Ihnen in den vergangenen 12 Monaten erlebten kriminellen Vorgänge im Internet reagiert?“, „Zu welchem Ergebnis hat Ihre Anzeige geführt?“, „Wie würden Sie Ihre Erfahrungen am ehesten beschreiben, als Sie die Anzeige gemacht haben?“ und „Warum haben Sie die von ihnen in den vergangenen 12 Monaten erlebten kriminellen Vorgänge im Internet nicht zur Anzeige gebracht?“.

Hörbücher überflügeln E-Books

 

■   Jeder Vierte liest digitale Bücher
■   Hörbücher hört bereits jeder Dritte, weitere 15 Prozent haben Interesse
■   E-Reader als Leseplattform legen stark zu

 
Der große E-Book-Boom bleibt in Deutschland weiter aus. Derzeit liest ein Viertel (23 Prozent) aller Bundesbürger digitale Bücher. Im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren ist der Anteil der E-Book-Leser an der Gesamtbevölkerung damit nahezu konstant geblieben. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage unter 2.194 Personen ab 14 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom hervor. Demnach lesen vor allem die Jüngeren digitale Bücher: 35 Prozent der 14- bis 29-Jährigen nutzen E-Books. Unter den 30- bis 49-Jährigen sind es 27 Prozent und unter den 50- bis 64-Jährigen 24 Prozent. In der Altersgruppe ab 65 Jahren liegt der Anteil der E-Book-Leser nur bei 8 Prozent. „Digitale Bücher kommen in Deutschland nicht recht vom Fleck – trotz zahlreicher ansprechender Angebote, Neuerscheinungen und einer steigenden Verbreitung mobiler Lesegeräte“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg wenige Tage vor Beginn der Frankfurter Buchmesse. „Grund hierfür könnten die weiterhin sehr hohen Preise sein, die zum Teil nur wenige Cents unter den Preisen der Print-Exemplare liegen. So bleibt das E-Book trotz seiner zahlreichen Vorteile zu wenig attraktiv im Vergleich zum klassischen gedruckten Buch.“

Hintergrund für die nur geringfügig kostengünstigeren E-Books ist unter anderem die Ungleichbehandlung bei der Mehrwertsteuer. Die Steuer für E-Books liegt bei 19 Prozent, während auf gedruckte Bücher der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent fällig wird. „Die Angleichung der Mehrwertsteuersätze von gedruckten und digitalen Büchern ist seit Jahren überfällig“, sagte Berg. Eine Gleichbehandlung fordert auch die große Mehrheit von 73 Prozent der Bundesbürger. 42 Prozent der Nichtnutzer von E-Books finden die Lesegeräte zu teuer. Allerdings entscheidet nicht allein der Preis darüber, ob jemand gedruckte oder digitale Bücher liest. Beinahe zwei Drittel (63 Prozent) bevorzugen die sinnliche Wahrnehmung von gedruckten Büchern. 38 Prozent geben an, dass sie nicht auf einem Bildschirm lesen wollen. Jedem Vierten (23 Prozent) sind die Lesegeräte zu kompliziert und jeder Fünfte (21 Prozent) würde E-Books gerne verleihen oder verschenken, was aktuell technisch nicht möglich beziehungsweise juristisch untersagt ist.

Zu den Vorteilen der E-Books gehört hingegen, dass sie jederzeit flexibel nutzbar sind. So sagen 86 Prozent der E-Book-Nutzer, dass sie die ständige Verfügbarkeit der E-Books schätzen, knapp sieben von zehn Nutzern kaufen E-Books, weil sie keinen Platz im Regal wegnehmen (69 Prozent) und nur ein geringes Gewicht haben (67 Prozent). Überall Zugriff auf die Bücher zu haben – ob unterwegs oder zu Hause – ist für 62 Prozent wichtig. Sechs von zehn Lesern (60 Prozent) finden gut, dass sie dank E-Books schnell neuen Lesestoff beziehen können. Auch das diskrete Lesevergnügen mit E-Books ist wichtig: Mehr als jeder Fünfte (21 Prozent) war schon einmal dankbar, dass sein Gegenüber nicht wusste, was er liest.

Nach den Ergebnissen der Studie machen E-Reader als Lese-Plattform in diesem Jahr nochmals einen großen Sprung nach vorne. 67 Prozent der E-Book-Leser nutzen Geräte wie Kindle, Tolino oder Kobo. Das ist ein Plus von mehr als 20 Prozentpunkten im Vergleich zum vergangenen Jahr. Damit liegen die E-Reader weiter auf Rang eins. „Durch nützliche Features, wie eine variabel einstellbare Schriftgröße, die integrierten Wörterbücher und die Suchfunktion für markierte Textstellen, können E-Reader besonders punkten. Dazu kommt natürlich das geringe Gewicht und die enorme Platzeinsparung im Regal“, sagte Berg.

Aufmerksam auf die Literatur werden die Leser von E-Books vor allem durch persönliche Empfehlungen (27 Prozent), gefolgt vom Stöbern im Internet (18 Prozent). „Viele Leser vertrauen auf die Buchtipps von Freunden und Familie. Sie klicken sich für Inspiration aber auch durch Onlineshops, Literaturblogs und Buchcommunitys“, sagte Berg. „Das Lesen verbindet die Menschen auch digital. In den wachsenden Communitys wie Lovelybooks oder Vorablesen können Leser an Leserunden teilnehmen, sich über das Gelesene austauschen und Bücher oder E-Books gewinnen.“

Auch Hörbücher spielen auf der Frankfurter Buchmesse eine große Rolle. Sie boomen seit Jahren. Knapp jeder Dritte (31 Prozent) nutzt mittlerweile Hörbücher. Allerdings geschieht das meist noch gelegentlich und nicht regelmäßig. Nur jeder zehnte Nutzer (10 Prozent) greift mindestens einmal pro Woche zum Hörbuch. Aber es gibt auch unter den Nicht-Nutzern noch Potenzial: Jeder Siebte (15 Prozent) kann sich vorstellen, künftig Hörbücher anzuhören. „Hörbücher entsprechen den Gewohnheiten und Vorlieben der digitalen Multitasking-Gesellschaft, mehrere Dinge nebeneinander zu tun. Beim Fernsehen schauen immer mehr auf den Second Screen, das Smartphone oder Tablet. Und beim Hörbuch-Hören lassen sich prima andere Dinge erledigen – beim Lesen von Text ist das nur schwerlich möglich“, so Berg. „So können auch Menschen, die weniger Zeit haben, in den Genuss von Literatur kommen.“ Viele hören Hörbücher etwa beim Autofahren oder beim Sport.

Hinzu kommt die zunehmende Verbreitung von Abspielgeräten. Zwar hören 53 Prozent der Nutzer Hörbücher über den klassischen CD-Player. Dann folgen aber mobile Abspielgeräte wie Smartphone (23 Prozent), Tablet (13 Prozent) und MP3-Player (12 Prozent). „Früher musste man zum Abspielen von Musik oder Hörbüchern unterwegs noch ein extra Gerät dabei haben. Inzwischen hat mit dem Smartphone nahezu jeder ein mobiles Abspielgerät in der Hosentasche“, sagte Berg. „Hinzu kommen die schier grenzenlosen Hörbuch-Inhalte, etwa von Streaming-Plattformen wie Spotify oder Deezer. Hörbuchverlage vertonen inzwischen aufwändig originelle Hörbücher mit bekannten Starsprechern, die über eigene Fangemeinden verfügen.“

So sorgen unter anderem bekannte Sprecher dafür, dass Hörbuch-Nutzer auch dann zum Hörbuch greifen, wenn sie das Buch schon gelesen haben: Beinahe jeder Vierte (23 Prozent) gibt an, dass er überwiegend Hörbücher mit bekanntem Inhalt hört. Knapp zwei Drittel (60 Prozent) sagen, dass sie überwiegend Bücher anhören, die sie noch nicht gelesen haben. 14 Prozent hören beide Hörbücher gleichermaßen. „Hörbücher werden vielfach schon als ‚Zukunft des Lesens‘ betitelt. Teils verkaufen sich die Hörbücher schon besser als der Text“, so Berg. „Die Vorteile sind ähnlich denen des E-Books: Sie sparen Platz und eignen sich perfekt für unterwegs. Damit passen Hörbücher perfekt in die veränderten Mediennutzungsgewohnheiten der digitalen Gesellschaft.“

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Suchtool für Lernmaterialien

Unter der Adresse

https://programmieraffe.github.io/oer-hoernchen/

steht ein Suchwerkzeug für Lernmaterialien unter freier Lizenz zur Verfügung: das OER-Hörnchen.

Lehr- und Lernmaterialien unter freier Lizenz (OER für Open Educational Resources) im deutschsprachigen Raum zu finden ist nicht ganz einfach. Das World Wide Web gleicht dem hektischen Großstadtschungel, durch den sich auch manche Eichhörnchen bewegen müssen auf der Suche nach Futter. Das OER-Hörnchen soll die Suche nach OER als kleines Werkzeug etwas vereinfachen. Es handelt sich um eine öffentliche Vorschauversion – Feedback ist gerne gesehen!

Technischer Hintergrund

Creative-Commons-Lizenzen können mit im Quelltext von Webseiten maschinenlesbar hinterlegt werden, sodass Suchmaschinen wie Google diese Information automatisch verarbeiten können. Somit können Webseiten/Inhalte im World Wide Web nach den jeweiligen Lizenzen automatisch gefiltert werden. Der nötige Quelltext lässt sich mit dem Creative-Commons-Lizenzierungstool ganz einfach online erzeugen (Entscheidend ist das rel=’license‘-Attribut). Leider setzen einige OER-Projekte die maschinenlesbaren CC-Lizenzen derzeit gar nicht oder nicht ganz optimal ein, sodass die jeweiligen Projektinhalte nicht automatisiert nach freien Lizenzen gefiltert werden können. Das Projekt „OER-Hörnchen“ leistet einen hilfreichen Beitrag, um OER besser auffindbar zu machen.

Digitalgipfel in Tallinn: Impulse für die deutsche Digitalpolitik

 

■   Künftige Bundesregierung sollte „Digital für alle!“ zum Leitmotiv machen
■   Bitkom erwartet für Berlin ein Signal zum digitalen Aufbruch

 
Der Bitkom erwartet vom ersten europäischen Digitalgipfel im estnischen Tallinn wichtige Impulse für die künftige Digitalpolitik in Deutschland. „Estland ist europaweit bei der digitalen Transformation führend. Das baltische Land macht vor, wie die Digitalisierung gleichermaßen in Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft umgesetzt werden kann“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Digitalverbands, Dr. Bernhard Rohleder. „Von Tallinn muss für die in Berlin anstehende Regierungsbildung ein Signal zum digitalen Aufbruch ausgehen. Das Leitmotiv der neuen Regierung sollte lauten: Digital für alle!“ Dafür brauche es massive Investitionen in die Bildung und eine breit angelegte Initiative für digitale Teilhabe. Diese Initiative müsse all jene mitnehmen, die derzeit im digitalen Abseits stehen. Dabei handelt es sich gemäß Bitkom-Untersuchungen um etwa 30 Prozent der Bevölkerung, „insbesondere Ältere, Arme und Ängstliche“, sagt Rohleder.

Themen des Gipfels sind eine europäische Strategie zur Cybersicherheit, die Digitalisierung staatlicher Institutionen, der gemeinsame digitale Binnenmarkt, die Fachkräftesicherung und digitale Bildung. „Der erste europäische Digitalgipfel setzt die richtigen Schwerpunkte“, sagt Rohleder. „Wichtig ist, dass die Bundesregierung in Tallinn nicht nur deutsche Interessen vertritt. Es geht auch darum, von den Erfahrungen der Vorreiter zu lernen, ihre Erfolgsmodelle an die Verhältnisse in Deutschland anzupassen und auch bei uns konsequent umzusetzen.“

Haushaltsroboter erobern das Eigenheim

 

■   Mehrheit steht Robotern offen gegenüber
■   42 Prozent können sich vorstellen, einen Roboter im Haushalt einzusetzen
■   Jeder zweite Interessent würde Roboter zur Überwachung des Zuhauses einsetzen

 
Nie wieder Staubsaugen, Fensterputzen oder Rasenmähen – jeder Zweite steht Haushaltsrobotern offen gegenüber und würde bestimmte Aufgaben rund um Haus und Garten abgeben. Bei 15 Prozent der Bundesbürger haben die autonomen Geräte bereits den Sprung in die eigenen vier Wände geschafft. 42 Prozent können sich für die Zukunft vorstellen, einen Roboter zu nutzen. 16 Prozent beobachten die Entwicklung noch und sehen die Helfer vorerst nicht im Eigenheim und 26 Prozent geben an, die Technologie privat nicht nutzen zu wollen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1.007 Bundesbürgern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Aktuell kommen immer mehr Roboter zu immer günstigeren Preisen auf den Markt, die uns zuhause bei alltäglichen Aufgaben unterstützen oder sie sogar komplett übernehmen können“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Die Verbraucher können von diesem technologischen Fortschritt profitieren und sich den Alltag erleichtern lassen.“ In vielen Fällen würde so auch etwas für den Umwelt- und Ressourcenschutz getan. So können Rasenmähroboter auch auf großen Flächen mit Ökostrom statt Benzin betrieben werden, oft sind die Geräte sehr viel kleiner und verbrauchen weniger Ressourcen bei der Herstellung. Rohleder: „Vor mehr als 50 Jahren zogen Wasch- und Spülmaschinen in die Wohnungen ein. Jetzt beginnt die große zweite Welle der Automatisierung im Haushalt.“

Acht von zehn der Befragten, die Interesse an Robotern haben, wollen ihn primär als Haushaltshilfe etwa zum Staubsaugen oder Wischen einsetzen (82 Prozent), aber auch Unterstützung bei der Gartenarbeit ist gefragt (41 Prozent). Jeder Zweite will die Sicherheit in seinen eigenen vier Wänden mit Hilfe von Robotern erhöhen und würde ihm die Überwachung seines Zuhauses anvertrauen (49 Prozent). Nur wenige können sich die technischen Helfer hingegen zum Lernen oder zur Nachhilfe (15 Prozent) sowie in der Pflege von alten oder kranken Angehörigen im Haushalt (14 Prozent) vorstellen.

Zwei Drittel der Interessenten geben an, sich einen Roboter möglichst kaufen zu wollen (66 Prozent). Für 29 Prozent wäre das Mieten die bevorzugte Option. „Die Gerätepreise sinken und machen Haushaltsroboter jetzt für die breite Bevölkerung erschwinglich“, so Rohleder. Kaufen wird damit für immer mehr Menschen zu einer Option, aber knapp jeder Dritte will die Technologie erst einmal testen. Von den Befragten, die kein Interesse an den smarten Haushaltshilfen haben, wollen 37 Prozent grundsätzlich nicht, dass ein Roboter ihre Arbeit übernimmt. Ein Drittel gibt an, keinen Mehrwert in der Technologie zu erkennen und diese nicht zu brauchen (33 Prozent). Jeder Vierte hält die Roboter noch nicht für ausgereift genug (26 Prozent) und jeder Fünfte weiß nicht, wie er mit der Entwicklung umgehen soll (20 Prozent). 17 Prozent fehlt das Vertrauen in die Technik und 14 Prozent geben an, sich noch nicht ausreichend mit der Thematik auseinandergesetzt zu haben.

Bund und Länder müssen bei digitaler Bildung zusammenarbeiten

 

■   Bitkom beklagt föderale Prinzipienreiterei auf dem Rücken der Schüler …
■   … und unterstützt Bundesratsinitiative zur Abschaffung des Kooperationsverbots

 
Der Digitalverband Bitkom begrüßt die Initiative im Bundesrat zur Abschaffung des Kooperationsverbots zwischen Bund und Ländern in der Bildung. Dazu erklärt Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder: „Der permanente Streit um das Verbot von Unterstützungsleistungen des Bundes für Schulen hat keine Gewinner, sondern nur Opfer. Die föderale Prinzipienreiterei auf dem Rücken von Schülern, Lehrern und Eltern muss ein Ende haben. Der politische Flickenteppich erschwert die zwingend notwendige Digitalisierung von Bildungseinrichtungen und die bessere Vermittlung von Digitalkompetenzen an Kinder und Jugendliche. Die Länder brauchen zentrale Ansprechpartner und gebündeltes Know-how, damit aus analogen Bildungseinrichtungen Smart Schools werden. Hier kann der Bund konkret helfen, wenn denn das Kooperationsverbot fällt. Und auch zwischen den Ländern muss es mehr Zusammenarbeit geben.“ Zudem müsse in der kommenden Legislaturperiode der bereits vorgestellte Digitalpakt zur Digitalisierung der Schulen zügig umgesetzt werden, bekräftigt Rohleder.

Im Bundesrat wird am Freitag über den Entschließungsantrag „Kooperationsverbot im Bildungsbereich aufheben“ beraten, den die Länder Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen eingebracht haben. Demnach soll die Bundesregierung aufgefordert werden, mit den Ländern in Gespräche über eine Änderung des Grundgesetzes einzutreten, durch die das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in der Bildung aufgehoben wird.

Der Bitkom tritt für eine umfassende Digitalisierung des Bildungssystems ein. Dabei sollen Deutschlands Schulen in den kommenden Jahren zu Smart Schools weiterentwickelt werden. Das Konzept basiert auf drei Säulen: Investitionen in die digitale Infrastruktur, die Entwicklung digital-pädagogischer Konzepte und Inhalte sowie die entspechende Qualifizierung der Lehrkräfte. Dafür hat der Bitkom einen Smart-School-Wettbewerb ausgerufen. Bis zum Jahresende sollen neben den bundesweit bereits bestehenden fünf Smart Schools weitere 20 Schulen für ihre Anstrengungen gewürdigt werden. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Bewerbung finden sich unter www.smart-school.de.

Proceedings zur INFOS17 sind online

Vom 13. bis 15. September 2017 fand die 17. GI-Fachtagung Informatik und Schule (INFOS) des Fachausschusses „Informatische Bildung in Schulen“ in der Abteilung Didaktik der Informatik in der Fakultät II an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg statt.

Nachdem die INFOS bereits vor 26 Jahren in Oldenburg Station machte, war das Motto der INFOS2017

„Informatische Bildung zum Verstehen und Gestalten der digitalen Welt“
Damit widmete sich die Tagung im Schwerpunkt der informatischen Bildung als Fundament einer Bildung für die digitale Welt vom Kindergarten über die Grundschule, die Sekundarstufen I und II bis zu berufsbildenden Schulen.

Link zum Abruf: Proceedings der INFOS 17

 

Wahlprogramm-Analyse: Parteien setzen 2017 verstärkt auf Digitalthemen

 

■   Digitalpolitik gewinnt beim Kampf um Wählerstimmen an Bedeutung
■   Oft mangelt es aber an konkreten Konzepten
■   Trendthemen wie Künstliche Intelligenz, Blockchain und Smart City finden kaum Erwähnung

 
Im Bundestagswahlkampf 2017 spielen Digitalthemen eine so wichtige Rolle wie niemals zuvor. In ihren Wahlprogammen behandeln die Parteien deutlich mehr digitalpolitische Fragen als bei früheren Wahlkämpfen. Das ergab eine Auswertung der Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD, Bündnis ’90/Die Grünen, Die Linke und FDP durch den Digitalverband Bitkom, der zur Bundestagswahl die Plattform www.digitalwahl.de gestartet hat. Untersucht wurden die Programme jener Parteien, die in Bund und Ländern in Regierungsverantwortung sind. „Alle Parteien haben die immense Bedeutung der Digitalisierung erkannt – in den Programmen überwiegen klar die Chancen, die uns die Digitalisierung bietet. Bei vielen Vorhaben fehlt es jedoch noch an konkreten Ansätzen, zum Beispiel welche Projekte genau in welcher Zeit, wie und mit welchen finanziellen Mitteln umgesetzt werden sollen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Auch einige wichtige Zukunftsthemen finden bislang kaum Erwähnung, darunter sind Künstliche Intelligenz, Blockchain und Smart City.“ Rein quantiativ nimmt die Digitalisierung bei der FDP den größten Stellenwert ein. Die Liberalen erwähnen das Wort oder den Wortbestandteil „Digital“ in ihrem Wahlprogramm 103-mal, dahinter folgen Bündnis ’90/Die Grünen (92), SPD (89), CDU/CSU (60) und Die Linke (43). Im Bundestagswahlkampf 2013 lagen CDU/CSU mit 58 Nennungen vorne, gefolgt von SPD (30), Bündnis ’90/Die Grünen (28), FDP (12) und Die Linke (10). Berg: „Die reine Anzahl der Nennungen des Wortes Digital sagt natürlich noch nichts über die Qualität der politischen Vorschläge aus. Entscheidend ist, welche Ziele die Parteien formulieren und wie sie diese erreichen wollen.“

Alle untersuchten Wahlprogramme beschäftigen sich mit den Themen Arbeit 4.0, Bildung 4.0, Datenschutz, Digitale Infrastruktur, Digitale Verwaltung, E-Health, Hate Speech und Fake News, IT-Sicherheit, Medienpolitik, Mobility, Plattformen und Verbraucherschutz. Darüber hinaus setzen die Parteien jeweils eigene Schwerpunkte. CDU/CSU verteilen den Fokus auf alle Themenbereiche ähnlich stark. Das trifft auch auf SPD, Bündnis ’90/Die Grünen und FDP zu, wobei die Sozialdemokraten zusätzlich den Datenschutz hervorheben, die Grünen Umweltschutz und Datenschutz und die Liberalen Bildung. Die geringste Breite an Digitalthemen weist das Wahlprogramm der Linken auf, die sich vor allem auf Arbeit 4.0 konzentriert. Nach Veröffentlichung ihrer Wahlprogramme haben SPD mit dem „Zukunftsplan“ und Die Linke mit „#digitallinks“ ergänzende digitalpolitische Vorhaben nachgeschoben.

Unterschiedliche Auffassungen haben die Parteien in der Frage, ob und inwiefern die Kompetenzen im Bereich Digitalisierung politisch gebündelt werden sollen. Die FDP fordert die Einrichtung eines Digitalministeriums, die Union einen Staatsminister für Digitalisierung im Bundeskanzleramt sowie einen Kabinettsausschuss Digitalpolitik und die Einberufung eines Nationalen Digitalrats. Die Grünen setzen sich dafür ein, dass das Thema Digitalisierung besser koordiniert wird und im Kabinett eigenständig vertreten ist. Berg: „Die Politik hat erkannt, dass die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft besser gesteuert und beschleunigt werden muss. Aus Bitkom-Sicht sollten alle Digitalfragen an zentraler Stelle koordiniert werden, etwa durch einen Staatsminister im Kanzleramt. Die Einrichtung einer solchen Digital-Institution macht aber nur Sinn, wenn sie über die notwendigen Rechte und Ressourcen verfügt.“

Auf der Plattform https://www.digitalwahl.de/ präsentiert der Bitkom alle Positionen der Parteien zu digitalpolitischen Fragen sowie konkrete Vorschläge der Digitalwirtschaft, wie die Digitalisierung in 25 Politikfeldern konkret gestaltet werden kann.

Smartphone trägt 1,4 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei

 

■   Neue Studie von Bitkom und Deloitte zur Zukunft der Consumer Technology
■   Wirtschaftsfaktor Smartphone wird immer wichtiger
■   Smartphone ist bedeutender Wegbereiter für neue Technologien

 
Zehn Jahre nach der Präsentation des ersten Smartphones hat sich dieses nicht nur zu einem bedeutenden Trendsetter, sondern auch zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Das zeigt die Trendstudie „Consumer Technology 2017“, die der Digitalverband Bitkom und das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte heute vorgestellt haben. Gemäß der Analyse stehen mittlerweile rund 1,4 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes in Zusammenhang mit dem Smartphone. Und selbst der Vergleich mit den großen Kernbranchen muss nicht mehr gescheut werden: Smartphone-generierte Umsätze machen heute etwa nicht weniger als ein Fünftel der Erlöse des deutschen Maschinenbaus aus. In den nächsten fünf Jahren dürfte der Wertschöpfungsanteil des Smartphones weiter wachsen. Den Prognosen zufolge wird der BIP-Anteil bis 2022 auf 1,7 Prozent steigen, das Gesamtvolumen Smartphone-generierter Umsätze hierzulande wird bis dahin eine Summe von über 60 Milliarden Euro erreichen. Verglichen mit den in diesem Jahr zu erwartenden 45 Milliarden Euro ist dies ein Anstieg von etwa 30 Prozent. „Das Smartphone ist so lebendig wie nie”, sagt Timm Lutter, Bitkom-Experte für Consumer Electronics & Digital Media. “Es hat sich zu einem Universalgerät entwickelt und stößt auch in anderen Branchen entscheidende Entwicklungen an.” Inzwischen haben die Consumer-Hardware-Hersteller ihre Produktpalette den veränderten Anforderungen und Möglichkeiten angepasst. So ist Connectivity zum Standardfeature zahlreicher Gerätekategorien geworden. Beispiel hierfür sind all jene Geräte, die sich mittlerweile mit dem Smartphone verbinden und steuern lassen. Dazu gehören etwa smarte TV- oder Musikanlagen und Virtual-Reality-Brillen.

Die Nachfrage nach Smartphones ist weiterhin ungebrochen. Der deutsche Smartphone-Markt erzielt im laufenden Jahr mit einem Volumen von 9,77 Milliarden Euro voraussichtlich einen höheren Umsatz als die gesamte klassische Unterhaltungselektronik. Mit einem Absatzrekord von 5 Millionen verkauften Geräten (plus 8,2 Prozent) haben insbesondere Phablets, also Smartphones ab einer Display-Größe von 5,5-Zoll, einen großen Anteil an der Entwicklung. Den Prognosen zufolge wird der Absatz von Phablets um 8,2 Prozent steigen. Die Geräte machen somit bereits 21 Prozent des gesamten Smartphone-Marktes aus. „Innerhalb nur eines Jahrzehnts ist das Smartphone von einem Nischenprodukt für Geschäftsleute und Technik-Nerds zu einem unverzichtbaren Begleiter für die breite Masse geworden. So schnell hat bislang keine andere Technologie den Alltag so vieler Menschen verändert“, sagt Klaus Böhm, Director und Leiter Media bei Deloitte.

Die Verkaufserfolge des Smartphone spiegeln sich dabei ebenfalls in den Nutzerzahlen wider. Seit 2013 hat sich der Nutzeranteil nahezu verdoppelt. Acht von zehn Deutschen ab 14 Jahren (81 Prozent) nutzen ein Smartphone. Das entspricht etwa 56 Millionen Personen. Vor einem Jahr waren es noch 76 Prozent, 2012 sogar erst 36 Prozent. Praktisch jeder, der unter 50 Jahre alt ist, nutzt damit heute ein Smartphone. Daher überrascht es nicht, dass acht von zehn Smartphone-Nutzern (80 Prozent) erklären: Smartphones sind für mich eine große Erleichterung im Alltag. Und sieben von zehn (71 Prozent) geben an, sich ein Leben ohne Smartphone gar nicht mehr vorstellen zu können. Damit ist die Zustimmung zu beiden Aussagen im Vergleich zur Umfrage im Vorjahr erheblich gestiegen. „In der kommenden Dekade wird das Smartphone seine Stellung als das dominierende Personal Device untermauern. Durch neue Entwicklungen wie künstliche Intelligenz wird es noch smarter, leistungsfähiger und flexibler“, sagt Böhm.

Das Smartphone ist auch Wegbereiter für neue Technologien wie Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und digitale Sprachassistenten. Durch seine große Verbreitung gelangen diese Technologien in den Alltag der Nutzer: ob VR durch Smartphone-basierte Brillen, AR durch Pokémon Go oder die Sprachsteuerung in Form von stationären digitalen Sprachassistenten. 6 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren besitzen mittlerweile etwa eine eigene VR-Brille. Weitere 13 Prozent haben bereits eine Virtual-Reality-Brille ausprobiert. Im Vorjahr waren es noch 9 Prozent. Knapp jeder fünfte Deutsche hat also schon VR-Erfahrungen gemacht. Überdies können sich 34 Prozent vorstellen, VR zu nutzen. Zum Vergleich: 2016 waren 31 Prozent bereit, die Technik auszuprobieren. Zudem ist VR immer bekannter geworden: 85 Prozent (2016: 59 Prozent) der Deutschen ab 14 Jahren haben von Virtual-Reality-Brillen gehört oder gelesen. Mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G, der Bandbreiten im Gigabitbereich verspricht, wird diese Entwicklung noch beschleunigt werden. „Das Smartphone wird seine wichtige Rolle innerhalb der Wertschöpfung im Internet weiter ausbauen“, sagt Lutter. „Man darf gespannt sein, was sich die Hersteller in den kommenden Jahren noch alles einfallen lassen. Klar ist: Die Entwicklung des Smartphone ist noch lange nicht zu Ende.“

Die Trendstudie „Consumer Technology 2017“ steht hier zum kostenlosen Download bereit: https://www.bitkom.org/Presse/Anhaenge-an-PIs/2017/08-August/CT-Studie/170830-CT-Studie-online.pdf.

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Umsatzanstieg im Markt der Unterhaltungselektronik

 

■   Umsatz mit klassischer Consumer Electronics steigt leicht an
■   Smartphones treiben Entwicklung bei der Nutzung von Film, Musik und Foto
■   Boom bei Smartwatches und Fitness-Trackern ungebrochen

 
Der Markt für klassische Unterhaltungselektronik ist im laufenden Jahr leicht angestiegen. Der Gesamtumsatz mit Geräten wie Fernsehern, Digitalkameras, Audio-Anlagen oder Spielkonsolen steigt im Jahr 2017 in Deutschland voraussichtlich um 2,6 Prozent auf 9,44 Milliarden Euro. Das gab der Digitalverband Bitkom auf Basis aktueller Prognosen der Marktforschungsunternehmen EITO und GfK bekannt. „Der leichte Umsatzanstieg geht einher mit einer wachsenden Bedeutung von mobilen Geräten wie Smartphones, Tablets und Wearables“, sagte Martin Börner, Mitglied des Bitkom-Präsidiums, im Vorfeld der IFA in Berlin. „Gerade das Smartphone hat in den vergangenen zehn Jahren unser Leben tiefgreifend verändert: Es hat sich zum universellen Zugriffspunkt auf Kommunikation, Inhalte und Dienste entwickelt.“ Die größte Bedeutung in der klassischen Unterhaltungselektronik haben weiterhin TV-Geräte mit einem Marktanteil von 44 Prozent. Im laufenden Jahr werden voraussichtlich mehr als 7 Millionen Geräte verkauft (plus 2,4 Prozent). Der Umsatz steigt um 4,3 Prozent auf 4,18 Milliarden Euro. Börner: „In der klassischen Unterhaltungselektronik sind einmal mehr die Fernsehgeräte der Markttreiber, der solides Wachstum zeigt.“ Im Durchschnitt geben die Käufer 595 Euro für einen Flachbildfernseher aus, im Jahr 2015 waren es noch 578 Euro.

Der deutsche Smartphone-Markt erzielt im laufenden Jahr mit einem Volumen von 9,77 Milliarden Euro voraussichtlich einen höheren Umsatz als die gesamte klassische Unterhaltungselektronik. Mit einem Absatzrekord von 5 Millionen verkauften Geräten haben insbesondere Phablets, also Smartphones ab einer Display-Größe von 5,5-Zoll, einen großen Anteil an der Entwicklung. Den Prognosen zufolge wird der Absatz von Phablets um 8,2 Prozent in 2017 steigen. Die Geräte machen somit 21 Prozent der gesamten Smartphone-Verkäufe aus. „Innerhalb nur eines Jahrzehnts ist das Smartphone von einem Nischenprodukt zu einem unverzichtbaren Begleiter im Alltag geworden. So schnell hat sich bislang keine andere Technologie verbreitet und mit ihr ein ganzes Jahrzehnt geprägt“, sagte Börner. So spielen etwa Smart-TVs oder Audio-Anlagen mit Internetzugang zuvor auf dem Smartphone ausgewählte Video- oder Musik-Streams ab. Auch Haushaltsgeräte lassen sich aus der Ferne mit dem Smartphone aktivieren und steuern. Hinzu kommen Virtual-Reality-Brillen, die sogar völlig von der Rechenleistung des Smartphones abhängig sind. Hierbei dient das Smartphone, in eine spezielle Brillenhalterung gelegt, als vollwertiger Bildschirm und als Steuerungszentrale für virtuelle Welten. „Das Smartphone ist Wegbereiter für neue Technologien wie etwa Augmented und Virtual Reality, aber auch Sprachsteuerung. Letztere erobert in Form der stationären digitalen Sprachassistenten gerade die Wohnzimmer. Das diese neuen Produkte so gut aufgenommen werden, liegt nicht zuletzt daran, dass die Nutzer bereits Alltagserfahrungen mit der Sprachsteuerung des Smartphones hatten“, sagte Börner.

Die ebenfalls mit dem Smartphone verbundenen Wearables, also Miniaturcomputer, die man direkt am Körper trägt, erzielen den Prognosen zufolge einen Absatzrekord von 2,81 Millionen Geräten sowie einen Umsatzrekord von 468 Millionen Euro. Davon werden alleine Smartwatches mit voraussichtlich rund 1,26 Millionen verkauften Geräten (plus 27,2 Prozent) einen Umsatz von rund 325 Millionen Euro erzielen. Das entspricht einem Anstieg von 44,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der durchschnittliche Preis für eine intelligente Uhr liegt bei 257 Euro (Vorjahr: 226 Euro), für Fitness-Tracker zahlen Verbraucher im Schnitt 88 Euro (Vorjahr: 88 Euro). „Smartwatches und Fitness-Tracker haben ihren Durchbruch im Massenmarkt bereits geschafft und auch Smart Clothes haben angesichts eines Fitnessbooms in Deutschland gute Chancen auch jenseits der Sportprofis“, sagte Börner. „Der Markt für Smartwatches hat sich in den vergangenen vier Jahren aus der Nische zu einem Produkt entwickelt, das im Alltag der Deutschen angekommen ist.“

Trotz seiner Substitutionskraft schafft das Smartphone auch neue Absatzmärkte für die Consumer Electronics. Durch die Vernetzung entstehen neue Möglichkeiten für die Geräte der klassischen Unterhaltungselektronik. So lassen sich Millionen von Songs per Smartphone mit vernetzbaren Audiogeräte verbinden und bringen Musik in jeden Raum. Entsprechend stabil entwickelt sich auch der Umsatz des Audiosegments. Gefragt sind dabei vor allem vernetzbare Audioprodukte. Nicht internetfähige Audiosysteme werden immer weniger nachgefragt. Den Prognosen zufolge liegen die Erlöse für mobile und stationäre Audiogeräte im laufenden Jahr bei 1,45 Milliarden Euro, was einen leichten Umsatzrückgang von 2,8 Prozent bedeutet.

Einen Einbruch erlebt erneut der Markt für Digitalkameras, da vor allem weniger leistungsstarke Geräte zunehmend von Smartphones ersetzt werden. Die Absatzzahlen sinken den Prognosen zufolge um 14,2 Prozent auf 2 Millionen Geräte. Beim Umsatz erwarten die Marktforscher ein Minus von 2 Prozent auf 880 Millionen Euro. Der Trend geht aber auch hier zu höherwertigen Geräten. Wer eine Kamera erwirbt, zahlt dafür mehr als noch im vergangenen Jahr: Heute liegt der Durchschnittspreis bei 437 Euro, im Jahr 2016 waren es 383 Euro. Mehr und mehr setzen sich auch neue Kameratypen durch, wie etwa Actioncams und 360°-Kameras. Diese tragen weiter zur Diversifikation des Kameramarktes bei. Helmkameras, wasserdichte Actioncams sowie Fotodrohnen werden von den Verbrauchern in Kombination mit Sozialen Medien genutzt und führen zur wachsenden Bedeutung von User-Generated-Content im Bereich Fotografie und Bewegtbild.

Die IFA findet vom 1. bis 6. September 2017 auf dem Berliner Messegelände (Expo Center City) statt. In diesem Jahr werden unter anderem neue Entwicklungen aus dem Bereich Smart Home, vernetzte Gesundheit und Virtual Reality erwartet.

Hinweis zur Methodik: Die Daten zum Gesamtmarkt für Unterhaltungselektronik sowie zum Umsatz-Anteil vernetzbarer Geräte wurden vom Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag des Bitkom erhoben. Den Marktprognosen zum Markt für Smartphones und Tablet Computer liegen Untersuchungen des European Information Technology Observatory (EITO) zugrunde. EITO liefert aktuelle Daten zu den weltweiten Märkten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. EITO ist ein Projekt Bitkom Research GmbH in Zusammenarbeit mit den Marktforschungsinstituten IDC und GfK.

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