Barrelfish - freies Betriebssystem von Microsoft und der ETH Zürich
Mit Barrelfish haben Microsoft und die ETH Zürich eine erste Version ihres Betriebssystems für zukünftige Hardwaregenerationen unter einer BSD-Lizenz veröffentlicht. Dabei schlagen die Forscher einen radikal neuen Weg beim Design des Betriebssystems ein.
Microsoft beschäftigt sich in verschiedenen Projekten mit der Zukunft von Betriebssystemen. Dazu zählen unter anderem die Projekte Singularity und Helios sowie das BrowserOS Gazelle. Zusammen mit der ETHA Zürich haben Forscher von Microsoft Research unter dem Namen Barrelfish ein weiteres Betriebssystem veröffentlicht, mit dem erforscht werden soll, wie Betriebssysteme für künftige Hardwaregenerationen aufgebaut sein sollten.
Barrelfish wurde von Grund auf neu geschrieben, fast komplett in C und Assembler. Es läuft auf 64-Bit-fähigen x86-Prozessoren und soll helfen, Fragen hinsichtlich des Designs zukünftiger Betriebssysteme zu beantworten. Vor allem Fragen der Skalierbarkeit mit steigender Zahl von Prozessorkernen und die zunehmende Heterogenität von Systemen nennen die Forscher als große Herausforderungen.

Einige der in Barrelfish umgesetzten Ideen erinnern an Microsofts Projekt Helios: So fassen die Forscher bei Barrelfish das Betriebssystem als verteiltes System funktionaler Einheiten auf, die über explizite Nachrichten miteinander kommunizieren. Statt nacheinander geteilte Datenstrukturen zu manipulieren, sollen die einzelnen Teile des Systems miteinander Nachrichten austauschen. Dazu haben die Forscher ein hardwareneutrales Multikernel-Modell entwickelt, bei dem jeder CPU-Kern nur auf seinen eigenen Speicher zugreift, abgesehen vom geteilten Speicher des Nachrichtensystems. Ihre Designideen und deren Implementierung in Barrelfish beschreiben die Forscher in ihrem Aufsatz The Multikernel: A new OS architecture for scalable multicore systems. Barrelfish selbst steht in einer ersten Version unter barrelfish.org zum Download bereit. Es ist unter einer BSD-Lizenz frei verfügbar, ihm fehlen aber viele wesentliche Aspekte eines Betriebssystems. Es dient ausschließlich zu Forschungszwecken.
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Gezeigt wurde auch LucidTouch, ein Touchscreen, der von hinten bedient wird, so dass die Finger den Bildschirminhalt nicht verdecken.
Zum Thema Suche zeigt Microsoft neue Interface-Ideen, darunter CoSearch für Situationen, in denen sich mehrere Personen einen Computer teilen und dazu mehrere Mäuse oder Telefone zur Steuerung nutzen. Eine neue SearchBar soll Menschen helfen, Suchvorgänge fortzusetzen, bei denen sie unterbrochen wurden, und mit SearchTogether sollen mehrere Personen bei der Suche anhand ihrer Suchhistorie zusammenarbeiten können.
Mit BEE3 zeigt Rashid zudem eine Hardwareplattform, die es Forschern erlauben soll, mit verschiedenen Computerarchitekturen zu experimentieren, ohne teure Custom-Chips erstellen zu müssen.
 BEE3
Das "WorldWide Telescope" getaufte virtuelle Teleskop soll Internetnutzern einen tiefen Einblick in fremde Galaxien geben und fasst dazu die Bilder verschiedener Teleskope auf der Erde und im Weltall zusammen. Microsofts Chefforscher Rick Rashid spricht von einem "Observatorium für den Schreibtisch", das es erlaube, den Himmel auf völlig neue Art und Weise zu erkunden.
Technische Basis des WorldWide Telescope ist Microsofts Visual Experience Engine, die die unterschiedlichen Aufnahmen der Teleskope nahtlos zusammenführt.
Seit 2008 stellt Microsoft das WorldWide Telescope unter www.worldwidetelescope.org allgemein zur Verfügung.
http://www.barrelfish.org/
http://www.codeplex.com/singularity
http://www.worldwidetelescope.org
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