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Internetnutzung in den Bundesländern

Bremen Spitzenreiter, Sachsen-Anhalt Schlusslicht 

·         N)ONLINER Atlas 2011: Bremen trotz Stagnation an der Spitze, dicht gefolgt von Berlin
·         Besonders hohe Zuwächse in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen
·         Sachsen-Anhalt neues Schlusslicht im Ländervergleich 

Nach wie vor klafft eine große Lücke bei der Internetnutzung zwischen den einzelnen Bundesländern. Bremen steht trotz stagnierender Entwicklung mit 80,2 Prozent Internetnutzung weiterhin auf Platz eins. Es folgt Berlin, das mit einem Zuwachs von 4,1 Prozentpunkten aktuell einen Onliner-Anteil von 79,3 Prozent hat und damit Baden-Württemberg (78,0 Prozent Internetnutzung) von Platz zwei verdrängt. Mit einem überdurchschnittlichen Zuwachs von 2,9 Prozentpunkten belegt Hessen (77,1 Prozent Onliner-Anteil) in diesem Jahr den vierten Platz. Es folgen Hamburg und Niedersachen, die sich mit 76,5 Prozent den fünften Platz teilen. Bis Platz acht (Rheinland-Pfalz) liegt die Internetnutzung über oder gleich mit dem Bundesdurchschnitt von 74,7 Prozent, danach beginnt die Gruppe der Bundesländer, die noch deutlichen Nachholbedarf bei der Internetnutzung hat. Das sind die zentralen Ergebnisse der Internetnutzung nach Bundesländern im aktuellen (N)ONLINER Atlas der Initiative D21, für den TNS Infratest über 30.000 Interviews durchführte.

Höchste Zuwächse in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen

Nach wie vor ist das Ost-West-Gefälle bei der Internetnutzung recht groß – die neuen Bundesländer (nur unterbrochen durch das Saarland auf Platz 15) belegen durchgängig die hinteren Plätze. Positiv können die Zuwächse in den Bundesländern wie Thüringen (5,6 Prozentpunkte Zuwachs), Mecklenburg-Vorpommern (5,2 Prozentpunkte Zuwachs) und Sachsen (4,7 Prozentpunkte Zuwachs) gewertet werden. Sie verzeichnen 2011 die größten Wachstumsraten aller Bundesländer. Nur das neue Schlusslicht Sachsen-Anhalt und auch Brandenburg konnten es ihren ostdeutschen Nachbarn mit Wachstumsraten von lediglich 1,3 bzw. 0,6 Prozentpunkten nicht gleichtun. Die Kluft zwischen neuen und alten Bundesländern hat sich damit von 7,4 Prozentpunkten im Vorjahr auf aktuell 6,3 verringert. Ob sich dieser Trend fortsetzt, wird sich im nächsten Jahr zeigen. Da von den ostdeutschen Bundesländern Thüringen mit 4,2 Prozent Nutzungsplanern deutlich über dem Durchschnitt von 3,3 Prozent liegt, werden hier höchstwahrscheinlich auch im kommenden Jahr größere Zuwächse bei der Internetnutzung zu verzeichnen sein.

Beim Sorgenkind Saarland ist eine solche Entwicklung vorerst nicht zu erwarten. 66,9 Prozent Onliner-Anteil bedeutet Rang 15. Ein unterdurchschnittliches Wachstum von 1,5 Prozentpunkten und nur 1,6 Prozent Nutzungsplaner sind kein positives Signal für einen Umschwung. Eher ist davon auszugehen, dass das Saarland im kommenden Jahr auf den unteren Plätzen verbleibt und auch weiterhin als einziges westdeutsches Bundesland die 70-Prozent-Marke nicht überspringen wird.

Robert A. Wieland, Mitglied des D21-Gesamtvorstands und Geschäftsführer der TNS Infratest GmbH, dazu: „Die Förderung der Medienkompetenz und der weitere Ausbau der Breitbandnetze werden für Deutschland immer wichtiger, um im globalen Wirtschaftswettbewerb bestehen zu können. Wer schnellere Internetzugänge, eine hohe Nutzungsrate sowie versierte Nutzerinnen und Nutzer aufweisen kann, hat einen deutlichen Standortvorteil. Einige Bundesländer haben dies erkannt und forcieren daher den Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur. Andere haben dabei noch Nachholbedarf.“

Ballungsräume Stuttgart, Freiburg und Unterfranken legen zu

Betrachtet man die Zuwächse der Internetnutzer nach Regierungsbezirken, zeigen sich nochmals deutliche regionale Unterschiede. Auch in diesem Jahr verfestigt sich der Erfahrungswert, dass die großstädtischen Ballungsräume eine überdurchschnittlich hohe Internetnutzung aufweisen und sich damit den Stadtstaaten annähern. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt weisen die Regierungsbezirke Stuttgart, Tübingen, Darmstadt, Freiburg, Unterfranken und Oberbayern sehr hohe Nutzerzahlen auf. Der Zusammenhang zwischen Ortsgröße und Internetnutzung ist in Deutschland nach wie vor erkennbar, allerdings zeigt sich bei Orten unter 5.000 Einwohnern ein kräftiges Wachstum (4,5 Prozentpunkte), was auf die verbesserten und stärker ausgeweiteten Zugangsmöglichkeiten zurückzuführen ist.

Bremen auch bei Breitbandnutzung spitze, Saarland und Sachsen-Anhalt hinken hinterher

Um die Möglichkeiten des Internets tatsächlich voll ausschöpfen zu können, ist inzwischen ein Breitbandzugang unabdingbar. Entsprechend steigt die Nutzung dieser Zugangsart in der Bevölkerung kontinuierlich und kommt durch einen Zuwachs von 2,9 Prozentpunkten auf aktuell 52,5 Prozent. Auch in dieser Kategorie steht Bremen – gemeinsam mit Berlin – im Ländervergleich mit 58,0 Prozent an der Spitze; gefolgt von Hessen mit 54,8 Prozent. In Bezug auf die schnellen Zugangsarten können die ostdeutschen Flächenländer ebenfalls mit starken Wachstumsraten glänzen. Allerdings ist allein Sachsen auf der Höhe des Bundesdurchschnitts von 52,5 Prozent. Sachsen-Anhalt und das Saarland bilden – wie bereits im Vorjahr – gemeinsam das Schlusslicht bei der Breitbandnutzung. Mit 46 Prozent Breitbandnutzung sind beide deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Weitere Zahlen und detailliertes Kartenmaterial finden Sie in der aktuellen Ausgabe des (N)ONLINER Atlas unter: www.nonliner-atlas.de



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letzte Änderung 08.07.2011 Peters