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Games: Künstliche Intelligenz wird anpassungsfähig
"Adaptive KI-Routinen" sollen Spielerlebnis deutlich verbessern
Der Entwicklung und Einbettung von künstlicher Intelligenz (KI) in Computer- und Videospielen kommt für das User-Erlebnis eine zentrale Bedeutung zu. Obwohl auf diesem Gebiet in den letzten Jahren bereits große Fortschritte gemacht werden konnten, ist die Qualität und Anpassungsfähigkeit KI-gesteuerter Computergegner oft noch sehr bescheiden. Dies könnte sich nun durch einen neuen Ansatz ändern, den Computerwissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals "Expert Systems With Applications" vorstellen. Kernpunkt dabei sind sogenannte "adaptive KI-Routinen", die sich selbständig an die jeweiligen User-Fähigkeiten anpassen können und somit zu einem deutlich verbesserten Spielerlebnis führen sollen.
"Dass die KI-Qualität heute wesentlich besser ist, hängt mit der deutlich gestiegenen Rechen-Power zusammen: Den einzelnen KI-gesteuerten Spielcharakteren steht mehr Leistung zur Verfügung, um das eigene Verhalten an den Spielablauf anzupassen", erklärt Hans Solar, Lehrgangsleiter am Games College http://www.games-college.at, gegenüber pressetext. In der Regel seien die KI-Figuren aber immer noch auf relativ einfache vorprogrammierte Routinen wie weglaufen, verstecken oder angreifen beschränkt. "Von der Simulation eines echten menschlichen Gegners ist man noch weit entfernt", betont Solar.
Testlauf mit Atari-Klassiker "Pong"
"Die von uns entwickelte Software verhindert, dass schwächere Spieler frustriert und bessere Spieler gelangweilt werden", zitiert der NewScientist die beiden Computerwissenschaftler Jesus Ibanez aus Spanien und Carlos Delgado-Mata aus Mexiko. Um ihren Ansatz zu testen, haben die beiden eine spezielle Java-Version des Atari-Spieleklassikers "Pong" aus dem Jahr 1972 gebastelt, die sich intelligent an die Fähigkeiten des jeweiligen Spielers anpassen kann.
In der Praxis funktioniert das folgendermaßen: Wenn die Software merkt, dass ein Spieler das Gameplay zu schwierig findet, sorgt sie automatisch dafür, dass der Spielball langsamer über den Bildschirm gleitet und somit der Schwierigkeitsgrad dem spezifischen Spielerniveau angeglichen wird. Umgekehrt führt ein zu gutes Abschneiden des Users automatisch zu einer Steigerung der Herausforderung, was sich in einer schnelleren Ballbewegung ausdrückt.
Bald auch andere Spiele
Ob das System, dass sich derzeit noch in einer frühen Testphase befindet, tatsächlich eine Revolution im Bereich der Games-KI herbeiführen kann, bleibt aber noch abzuwarten. Geht es nach den Wünschen der beiden verantwortlichen Entwickler, sollen schon bald weitere Tests mit anderen Spieletiteln folgen. "Ganz neu ist dieser Ansatz der dynamischen Anpassung nicht. Schachprogramme wie 'Fritz' haben das schon in den 1990er-Jahren geschafft. Wie weit die oben dargestellte Software hier eine Verbesserung bringt, wird erst die Zukunft zeigen", so Solar abschließend.
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